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Brücke des Friedens – in Brest (2026)
Aktion Port Woling – Kenne die Vergangenheit, um die Gegenwart zu verstehen und Zukunft zu bewältigen. So ist es auch mit der Geschichte von Belarus und seinem Leid im 2. Weltkrieg. Ein Kunstprojekt über Brücken in Belarus half uns, diesen Anspruch zu leben. Hier ein Bericht über das Projekt deutscher Beteiligter (in Worten und Fotos)
Hinweis: Bilder ohne Autorenangabe sind vom Autor dieses Beitrags
Artikel aktualisiert (Bilder, Videos) am 29.07.2026
Das Gesicht der Geschichte
getragen über eine Brücke des Friedens
Das Kunstprojekt und Motiv
In Belarus, einem Land der größten Opfer im 2. Weltkrieg, in einem Land, in dem jeder dritte Einwohner Opfer des Hitlerfaschismus und seiner Vasallen wurde, unternahm eine kleine Gruppe deutscher Künstler zusammen mit Künstlern aus Belarus, Russland und China eine Versöhnungsfahrt. Sie schufen in einem Kunstprojekt eine Brücke des Friedens, über die das Gesicht der Geschichte von Belarus im 2. Weltkrieg getragen wird. Anlass war am 22. Juni 2026 der 85. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion. Privatleute aus Deutschland traten über 2 Wochen in Belarus als Künstler und Volksdiplomaten öffentlich in Erscheinung. Den Künstlern und weiteren Mitfahrern bot sich dabei die Gelegenheit, im Raum Brest an Kranzniederlegungen in bedeutenden Gedenkstätten teilzunehmen.

Der Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion fällt in eine Zeit, die von zunehmenden geopolitischen Spannungen und gegenseitigem Misstrauen geprägt ist. Insbesondere Belarus erscheint in den bundesdeutschen Leitmedien in ihrer abstrusen Propaganda als postsowjetische Diktatur. Dabei genießt die Führung des Landes eine hohe Akzeptanz unter der Bevölkerung, wie ich immer wieder erlebte. Kaum bekannt ist, dass die belarussische SSR im Zweiten Weltkrieg den größten Blutzoll zu tragen hatte. Drei Millionen Menschen, davon 700.000 weißrussische Juden fielen den faschistischen Horden zum Opfer. Im Krieg zur sogenannten “Partisanenbekämpfung” wurden ganze Dörfer mit wehrlosen Dorfbewohnern, vor allem Alten, Frauen und Kindern, vernichtet.
Das Ausmaß dieser deutschen Verbrechen ist vielen Bundesbürgern bis heute nicht bewusst.
In der BRD gab es in der Geschichtsvermittlung an den Schulen größte Lücken und auch falsche Bilder. Eine Gruppe von Friedensaktivisten rund um Oliver Schneemann hatte es sich im Sommer 2026 zum Auftrag gemacht, Aufklärungsarbeit zu leisten. Eine weitere Gruppe um Oliver Schneemann war bereits im Jahr 2023 anlässlich des 80. Jahrestages des → Massakers von Chatyn zu einer → Friedensmission nach Belarus gereist und nach ihrer Rückkehr zu einem → Runden Tisch in der belarussischen Botschaft in Berlin empfangen worden. Ich war damals dabei und erlebte mit meiner Frau erneute die Gastfreundschaft von Belarus im Raum Brest im vergangenen Jahr zu den Feierlichkeiten am 8./9. Mai zum → 80. Jahrestag des Sieges über den Faschismus.

Oliver Schneemann war auch der Organisator einer → Vernissage weißrussischer Künstler über den vergessenen Völkermord der Faschisten in Belarus, die im September 2024 in Köln stattfand. Die Ausstellung zeigte Werke, die die Vernichtung weißrussischer Dörfer während der deutschen Besatzung zum Thema haben. Weitere Projekte deutscher Aktivisten pflegen den Dialog in Belarus, so der → Verein Deutsch-Belarussischer-Jugenddialog e.V.. Sie leisten parallel Wichtiges zur Aufklärung durch Vermittlung von Geschichte unter Deutschen in der BRD. Durch Oliver Schneemann wird seit Jahren neben diesen Präsentationen eine hoch achtenswerte, aufwendige Geschichtsaufarbeitung betrieben – eine Aufgabe, die das Nie-Wieder mit Leben füllt und umso wichtiger ist, angesichts der heute wieder betriebenen revanchistischen Absichten der deutschen Regierung.
Und das Friedenswerk ging und geht weiter. Vom 20. Juni bis 4. Juli waren die Teilnehmer zu zwei historischen Daten in Belarus anwesend – zum 22. Juni, dem 85. Jahrestag des faschistischen Überfalls auf die Sowjetunion und zum 3. Juli., dem Tag vor 82 Jahren, als die Rote Armee Minsk, die heutige Hauptstadt von Belarus, damals die Hauptstadt der weißrussischen Sowjetrepublik, befreite. Die beiden Termine symbolisieren den Anfang und das Ende des Krieges für Weißrussland.
Rund um diese Anlässe galt es , auf künstlerische Art Brücken zu bauen – Brücken zwischen Menschen, Völkern und Nationen – Brücken der Verständigung, Vernunft und des Friedens. Zu ihrer Motivation lässt man die Initiatoren der Reise am besten selbst sprechen:
“Die Verletzungen der Völkerseelen werden von Generation zu Generation weitergegeben und spalten uns. Wir fühlen uns nicht als zusammengehörige Menschheitsfamilie, die füreinander da ist. Wir haben das Bedürfnis, dieser gewaltigen Spaltung entgegenzuwirken. Wir wollen nicht den Schuldkult nähren; wir wollen vereinen. Wir möchten Menschen und Herzen miteinander verbinden und somit unseren bescheidenen Beitrag zu Weltfrieden, Versöhnung und Heilung leisten.”
“Wir richten unsere achtsame Aufmerksamkeit auf den Zweiten Weltkrieg und auf das heutige Weißrussland. Wir möchten auf Gräueltaten schauen, die Faschisten in Weißrussland angerichtet haben. Menschen und Dörfer wurden ausgelöscht. Familien wurden zerstört. Dies war ein unfassbar diabolischer Plan der Faschisten. Zwei Drittel der slawischen Bevölkerung sollten ausgelöscht werden.”
In der Öffentlichkeit

Und wieder ging mir durch den Kopf, … wir waren gekommen als Nachkommen der Täter von damals und traten gegenüber den Nachkommen der damaligen Opfer und Angehörigen. Wir haben es wieder gewagt, während deutsche Offizielle versagten und dem zentralen Ort des Überfalls zum 85. Jahrestag fern blieben. Wir haben den Menschen von Belarus wieder ein anderes Deutschland gezeigt. Vor den Ruhestätten der Opfer haben wir uns tief verneigt.
Kann man mehr Glaubwürdigkeit demonstrieren, als sich unter den Augen der Nachkommen der Opfer tief zu verneigen?
Nach dem Grenzübertritt fühlte ich mich wieder sofort wie zuhause. Die belarussische Seele empfing uns in Freundschaft. Ja – die Teilnehmer der Belarus-Mission sind Antifaschisten mit einer Wahrhaftigkeit, die größer nicht sein kann. Sie leben Antifaschismus an diesem Ort. Und wieder betonten die Belarussen – was mich bei all dem Kriegsgerassel und antirussischem Gefasel der deutschen Oberen und ihrer Leitmedien bis heute verwundert -, dass sie sehr wohl unterscheiden zwischen den einfachen Menschen in Deutschland und deren reaktionärer, aggressiver Regierung.
Unsere Reise war in Belarus sehr genau im Blickfeld der Öffentlichkeit! Die weißrussischen Medien berichteten über die deutsche Delegation, so u. a. in folgenden Beiträgen:
- Interview mit Oliver Schneemann » BELTA, 30.06.2026, „Hier lauert kein Feind hinter jedem Busch“: Deutscher räumt mit Stereotypen über Belarus aus der deutschen Presse auf
- Interview mit Oliver Schneemann » BELTA, 30.06.2026, Oliver Schneemann: Brest ist das Tor zwischen Ost und West und könnte ein Ort der Friedensvermittlung sein
- Interview mit Wolfgang Kiessling » BELTA, 30.06.2026, Wolfgang Kiessling: In Deutschland gibt es viele Aktivisten, die sich gegen die aggressive Politik der Regierung stellen
- Nachrichtenbeitrag über die deutsche Gruppe » НОВОСТИ БРЕСТА. ЭФИР ОТ 06.07.2026, ab Minute 6:00 mit Interviews mit Marina, Margarita, Bertram und Wolfgang Kiessling), YouTube-Video
Auch die Mitreisende Vera Dehle-Thälmann, Enkelin vom Anführer der antifaschistischen Arbeiterbewegung, Reichstagsabgeordneten und KPD-Vorsitzenden Ernst Thälmann (ermordet am 18.08.1944 im KZ Buchenwald) wurde in Belarus sehr wohl wahrgenommen. Sie leistet heute politische Gedenkarbeit im internationalen Ravensbrück Komitee, u. a. als Sprecherin der Lagergemeinschaft Ravensbrück/Freundeskreis e.V..
Die künstlerische Arbeit
Ziel des Pleinair (der Freilichtmalerei) «Das Gesicht der Geschichte« war es, künstlerisch zur Bildung von Vorstellungen über die wahre Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges beizutragen. Es wurden künstlerische Beiträge geschaffen, die am Ende des Projekts eingeordnet wurden in die besten Ergebnisse und Traditionen der belarussischen Malerei- und Grafikkunst in einer zentralen Kunstausstellung in der Festung Brest.
Neben den klassischen Malkünsten fanden auch besondere künstlerische Techniken Anwendung. So nutzte der Maler Bertram Korves für eine erstellte konzeptionelle Bildreihe (mit vier Bildern) gemahlenen Sand aus dem KZ Auschwitz/Auschwitz Birkenau und vom Jüdischen Friedhof in Brest, Acrylfarbe auf Leinwand, Technik Pinsel Spachtel und Rakel mit Sand Einstreuung – das war seine Art gedanklicher Rekonstruktion. Martina Born aus Köln nutze besondere Techniken zur Fotobearbeitung, um ihre ansprechenden Fotomotive zu speziellen Foto-Collagen zu verarbeiten.

Interesse fand auch das nicht künstlerisch, sondern dokumentarisch untermauerte Werk und umfassende Sachbuch → “Das FASCHISMUS-Protokoll“, dass ich als Autor in Planung hatte, eigentlich hier vorstellen wollte, aber nun doch erst am 13.07.2026 wenige Tage nach der Belarus-Reise durch einen Schweizer Verlag veröffentlicht wurde. Mein Motiv für dieses Buch war mein Leitspruch: “Kenne die Vergangenheit, um die Gegenwart zu verstehen und Zukunft zu bewältigen. So ist es auch zum Thema Faschismus. Solange Menschen im Dogma sind, das ihnen Obere predigen, erkennen sie die Wahrheit nicht. Lassen wir uns die Erkenntnis nicht nehmen und fragen immer nach dem WARUM.” Hier die → Buchankündigung. In vielen Gesprächen zeigten auch Freunde aus Belarus und Russland Interesse an dem Buch. So laufen Überlegungen, es auch in englisch- und russisch-sprachigen Versionen rauszubringen.

Die Ergebnisse des Pleinairs, malerische und grafische Werke, werden nun einem breiten Publikum zugeführt. Basis der künstlerischen Arbeiten, die i.d.R. im Freien durchgeführt wurden, waren Begegnungen der Pleinair-Teilnehmer mit Gedenkveranstaltungen, Gedenkstätten, vielen Menschen und auch Zeugen des Großen Vaterländischen Krieges. Mit einer feierliche Eröffnung der Ausstellung mit den Ergebnissen der internationalen Teilnehmern und einem feierlichen Abendessen endete das internationalen Pleinairs »Das Gesicht der Geschichte« im Bankettsaal des Hotels »Laguna«. In der folgenden Galerie sind einige Ergebnisse der künstlerischen Arbeiten zu sehen (die Autoren sind unter den Bildern benannt):
Die Stationen

Im Rahmen des Pleinair fanden Besuche u. a. an den Gedenkstätten Brest, Dremlewo, Damatschewo und Raschkowka statt. Zu Tagesausflügen wurden die Gedenkstätten besucht, Informationen zu den historischen Ereignissen während des Krieges aufgenommen und Kränze niedergelegt. Die → Heldenfestung Brest , die ich seit dem Jahr 1987 (damals in der Uniform eines Offiziers der einzig deutschen Friedensarmee, der DDR) selbst schon mehrfach besuchte, ist eine der bedeutendsten Gedenkstätten der Sowjetunion zum Zweiten Weltkrieg. Unmittelbar nach dem deutschen Überfall hielten die sowjetischen Verteidiger, vor allem Grenzer (russ. Pogranitschniki, die den ersten Schlag auf sich nehmen) den Angreifern der Wehrmacht tagelang stand, bis sie der Übermacht unterlagen. Sie banden so wichtige militärische Kräfte der Faschisten. Schon im November 1941 wurde klar, dass der Blitzkriegsplan → “Unternehmen Barbarossa” scheiterte.
Einen Eindruck von dem aussichtslosen, aber umso tapferen Kampf der Verteidiger der Festung Brest vermitteln die Ausstellungen in der Festung Brest.

Und ja – das Programm war für die deutsche Delegation im Rahmen des Pleinair und Kunstprojekts “Brücke des Friedens” neben den eigentlichen künstlerischen Arbeiten anspruchsvoll und breit gefächert – Tag für Tag der 16 Tage Aufenthalt. Wir hielten Impressionen fest an einer Auswahl von Orten für kreative Arbeiten – zur Durchführung von malerischen Skizzen, Fotoetüden und grafischen Skizzen. So gab es u.a. eine Besichtigung des Wintergartens von Puschkin, ein Besuch als geladene Gäste der Veranstaltungen zum 85. Jahrestag des Ausbruchs des Großen Vaterländischen Krieges in der Festung Brest, einen Besuch des Verteidigungsmuseums der Festung Brest, einen Besuch des hochinteressanten Eisenbahntechnikmuseums (Dampflokmuseum in Brest), Besuche in der Puschkin-Universität, Besuch des regionalen Heimatkundemuseums von Brest, Spaziergänge durch Brest, durch seine Architektur, die Straßen von Gogol, Karl Marx und Levanevsky, einen Besuch des Stadtmuseums sowie Besuch des Kunstmuseums von Brest, einen Besuch des Kriegsmuseums, diverse Besuche in (den nachfolgend erwähnten) Ortschaften von Kriegsverbrechen sowie deren Gedenkstätten, einen Vortrag des Heimathistorikers Anatoli Rostislavowitsch Berezyuk und Bekanntschaft mit seinem Buch «Galavasik”, das den Ereignissen vom 11.09.1941 gewidmet ist, und einen Besuch der Schule im Dorf Domatschewo. Übrigens – vom Eisenbahn-Museum habe ich in meinem Fotostock → hier viele interessante Fotos hinterlegt.

In Dremlewo 40 km südlich von Brest, nahe des Flusses Bug und der ukrainischen Grenze, wurden 1942 im Rahmen einer sogenannten Strafaktion die Bewohner des Dorfes erschossen und das Dorf niedergebrannt. Mein Beitrag → “1942-09-11 @ Dremlevo in Belarus” (basierend auf den dort genannten Quellen) berichtet darüber. Der Ort wurde samt Menschen grausam ausradiert. Am 11. September 1942 geschah das Unfassbare in einem kleinen Dorf in Belarus. Am Morgen versammelten sich die Bewohner des Dorfes, um den Tag Johannes des Täufers zu feiern. Plötzlich stürmten die “Bestrafer” des 201. Bataillons der Sicherheitspolizei (Schutzmannschaft) das Dorf. Mit Maschinengewehren bewaffnet, trieben die Faschisten die Menschen aus ihren Häusern auf die Straße. Wer Widerstand leistete und betete, wurde auf der Stelle erschossen. Die Überlebenden wurden in vier Schuppen getrieben, die später in Brand gesteckt wurden. Historikern zufolge wurden an diesem schicksalhaften Tag 43 Haushalte vernichtet. 196 der 200 Einwohner wurden bei lebendigem Leibe verbrannt und das komplette Dorf dem Erdboden gleichgemacht. Diese Tat sollte der Partisanenbekämpfung durch Abschreckung dienen.

In Domatschewo ermordeten Faschisten die Bewohner eines Kinderheims. Am 23. September 1942, um 19:00 Uhr, fuhr ein LKW mit sechs bewaffneten deutschen Militärangehörigen auf den Hof des Kinderheims. Der Älteste der Gruppe erklärte, die Kinder würden nach Brest gebracht. Er befahl den Kindern, auf den Wagen zu steigen. Es befanden sich 55 Personen im Wagen. 1 Kinder sprang unterwegs vom LKW und rannte weg. Die übrigen 53 Kinder und die Lehrerin wurden in Richtung Bahnhof Dubitsa, anderthalb Kilometer vom Dorf Leplevka entfernt, gebracht. Der Wagen hielt im Wald an. Die Kinder mussten sich ausziehen. Beweismaterial für die Anwesenheit von Kinderunterwäsche im Wagen, der nach Domachevo zurückfuhr. Die Kinder und ihre Lehrerin wurden erschossen und in einer natürlichen Grube im Wald verscharrt. Eine Anwohnerin fand sie. Die Namen der Faschisten, die den Befehl dazu erließen, die Kinder zu erschießen, sind bekannt. Auch die Namen einiger der Täter, die die Hinrichtung der Kinder ausführten, sind bekannt. Lange vor dem September 1942 wurden bereits alle 15 jüdischen Kinder des Waisenhauses im Alter von 2 bis 12 Jahren von den Faschisten in ein Ghetto gebracht und dort erschossen (Quelle: Domachevo.com, Ortschronik, Разстрѣлъ дѣтей Домачевскаго дѣтскаго дома, 20.07.2026). Auch ein Großteil der übrigen Einwohnerschaft von Domatschewo überlebte die deutsche Besatzung nicht, sie fielen als Juden dem Holocaust zum Opfer.

Das Dorf Roschkowka sollte am 28. September 1942 ebenfalls vernichtet werden. Ihm widerfuhr aber an diesem Tag eine wundersame Rettung. Folgendes kann aber zusammenfassend gesagt werden. Vor 75 Jahren geschah die wunderbare Rettung. Die Deutschen trieben einige Hundert der Einheimischen zu einer geplanten Erschießung zusammen … im letzten Moment wurde der Befehl abgebrochen. Unerwartet landete nahe dem Ort der Hinrichtung ein kleines Flugzeug. Ihm entstieg ein deutscher Major. Er sah, was hier passieren sollte und befahl damit zu warten, bis er zurückkehrt. Der Major flog zurück und kam wieder mit einem Erlass auf Begnadigung der Dorfbewohner. Benommen erzählte er, dass ihm während des ersten Anfluges über dem Dorf die Mutter Gottes im blauen Gewand erschienen wäre. Sie inspirierte ihn, sich für die Unglücklichen einzusetzen. Seit mehr als 75 Jahren ist nun am 28. September in Roschkowka der wichtigste Feiertag. Lange Zeit war den Name des Majors unbekannt. Dank dem deutschen Forscher Waleri Ripperger fand man heraus, dass es der Major Emil Albert Paul Heinrich Herbst war. Vielleicht war es nur ein guter Mensch? Als wir in der Kirche waren, berichtete der Pfarrer von der Geschichte anhand einer Foto-Leinwand über Beteiligte und das Ereignis. Major Herbst überlebte den Krieg und starb eines natürlichen Todes. Er hinterließ zwei Söhne und eine Tochter. Heute noch suchen die Dorfbewohner die Nachfahren des Major Herbst, um sich bei ihnen zu bedanken. Dieser humanistische Akt brachte dem Major eine ungeheurer Autorität in der Bevölkerung, die bei den Nachfahren bis heute anhält. Damals schon erbauten die geretteten Einheimischen im Dorf eine Kirche, die dem Major geweiht wurde (Quelle: SB.BY, Artikel Paul Lositch vom 11.11.2017, Das gewöhnliche Wunder, 20.07.2026).
Unvergessliches – ein Auszug

Brest – am ersten Morgen in der Stadt, am 21. Juni 2026 – gehe ich von Marinas Wohnung aus wenige hundert Meter zur Hauptstraße. Gegenüber erblicke ich das mir bekannte Denkmal an die gefallenen Progranitschniki (Grenzer) – Jene, die den ersten Schlag auf sich nahmen. Einen halben Kilometer weiter unten, die geschmückte Hauptstraße entlang, ist das große Eingangsportal zur Festung Brest zu sehen. Überall in Brest (Belarus) belarussische und russische Fahnen – der ganze Ort in Gedenkstimmung aus Anlass des 85. Jahrestages des Überfalls durch das faschistische Deutschland und seine Gehilfen in Europa. Die ganze Stadt, das ganze Land, auch Russen und Freunde anderer Länder leben heute in Erinnerung an den letzten Tag vor 85 Jahren vor dem Überfall. In dieser Hauptstoßrichtung der Faschisten hielten sie den Gegner nicht auf, sie banden aber heldenhaft wichtige Kräfte. Und das Besondere – hier ist nichts gekünstelt oder herbeibefohlen. Die Erinnerung liegt im Blut jedes Einwohners von Brest, Belarus und Russland. Auch die Mehrheit der Jugendlichen sind sich der Sache bewusst und leben das Andenken hier tatsächlich.

Доброе утро – guten Morgen aus Brest in Belarus. Dort hinten in der Festung ist kommende Nacht ab 2:00 Uhr die Großveranstaltung im Gedenken an die letzten Stunden im Frieden vor 85 Jahren und das folgende Verbrechen der deutschen Faschisten. Erleben wir heute einen schönen Tag. Arbeiten wir GEMEINSAM heute und in den nächsten Tagen an der BRÜCKE DES FRIEDENS. Auf jedem Schritt und Tritt, den ich gerade allein durch die Stadt gehe, kommen Emotionen hoch. NIE WIEDER! Und ich denke daran im Bewusstsein, dass die BRD gerade eine Konjunktur des Faschismus, Militarismus und Revanchismus vollzieht, Dinge, die dort im Verborgenen überleben konnten, die nie weg waren. TOD DEN FASCHISTEN – das gilt auch heute! ZEIGEN wir, dass es ein anderes Deutschland gibt(!). Und ich spüre – was für eine Ruhe, was für ein Frieden hier mitten in der Stadt Brest, trotz Nähe zur Hauptstraße. Hoffentlich bleibt es so.

Gedenkveranstaltung in der Festung Brest aus Anlass des 85. Jahrestages des Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion in Brest. Wieviel Zigtausend waren hier in der Festung? Und ich unter den geladenen Gästen in vorderster Reihe. Beeindruckend und würdig Alles. Die Zeichen der Sieger über den Faschismus an meiner Brust darf ich hier noch tragen, im Gegensatz zu Berlin, wo es der Innensenat zu Feierlichkeiten der Befreier verboten hat. Wir dürfen niemals vergessen, was Deutschland den Sowjetischen Völkern von 1941 bis 1945 angetan hat, den Tod von 27 Mio. Menschen, unendliches Leid und Zerstörung. Nie wieder Krieg! Russland ist nicht unser Feind! Der Hauptfeind steht im eigenen Land in der deutschen Regierung, im Reichentag und in den Landesparlamenten – „der deutsche Imperialismus, die deutsche Kriegspartei, die deutsche Geheimdiplomatie“ (Karl Liebknecht 1915). Zur Veranstaltung sprach auch der Chef der Duma Russlands Wjatscheslaw Wiktorowitsch Wolodin.

Im Nachbardorf von Dremlewo. Und wieder war ich in Dremlewo (Belarus) – mit Blumen, Gedanken, Vorhaben, Versprechen – u.a. mit der Enkelin von Ernst Thälmann. Im Nachbardorf (etwa 1 km vor der Gedenkstätte) machten wir einen Zwischenstopp bei einer Zeitzeugin des faschistischen Verbrechens von Dremlewo. Unsere Gruppe mit 11 Frau/Mann besuchte sie mit Geschenken in ihren kleinen Haus und Wohnzimmer. Draußen 39 Grad. Erstaunlich – sie sah beim Erzählen, wie ich vor Wärme stark schwitzte und sie brachte mir ein Handtuch. Diese etwa 91jährige Frau erzählt als Überlebende ausführlich von den Schrecken, die sie als Kind aus ihrem Versteck sah, als ihr Dorf Dremlewo von deutschen Faschisten mit allen Einwohnern, Alten und Kindern grausamst vernichtet wurde. Muss man ihre Berichte übersetzen, wenn man sie im Video sieht? Ich verstand auch ohne zu hören, jede Geste, jeden Gesichtsausdruck, jedes Gesagte. Bilder in der nachfolgenden Galerie zeigen es. Die Schrecken, besonders für die Kinder, waren unermesslich, unermesslich, unermesslich … Sie schildert sie. Die Täter waren keine Menschen. Jeden Tag seit über 80 Jahren blickt die alte Frau zum Ort des Verbrechens – weit in der Ferne sieht man durch das Wohnzimmerfenster das Kreuz vor der Gedenkstätte. Und trotzdem hegt sie heute keinen Hass gegenüber Deutschen – einzig Hass gegenüber Faschisten. Immer noch habe ich beim Gehen ihr Handtuch in der Hand. Es war auch unglaublich emotional(!) – und ich bin nicht schnell beeindruckbar – die ganze Geschichte, die Atmosphäre, das Zeitlose, die Gastfreundschaft, der Sohn, der Akkordion spielte, die Blumen, der schlichte Garten, die betroffenen, getöteten Kinder, von denen sie erzählte, … In über 700 Dörfern in Belarus das gleiche Schicksal – vollständig zerstört mit Mann, Frau und Kind – an tausenden Orten ähnliches, unmenschliches Schicksal, wo Einiges stehenblieb und Teile überlebten. Unvergesslich der Besuch und ihr Erleben – das sollte jeder Jugendliche so erleben, zumindest die Geschichte erfahren. Ich werde überall von dieser Frau berichten. NIE WIEDER – WIR LEBEN ES – im Gegensatz zu den Systembütteln der Anti-Antifa sowie den verlogenen Sprücheklopfern der korrupten Partorgs der Politischen Klasse im Reichentag.

Muchawez – ein kleiner Ort an der Bundesstraße in Richtung Osten, 10 km östlich von Brest. Hier waren wir in einem empfehlenswerten Hotel. An einem Abend zu Beginn unserer Reise ging ich hinter das Hotel und fiel fast aus meinem Latschen – ich war erschüttert. Die Hotelbesitzerin hatte hier in den letzten Jahren einen großen Gedenkgarten geschaffen. Darin trug sie viele Denkmäler nach ihrem Abriss durch Behörden auf polnischen Gedenkstätten zusammen – Denkmäler der Befreier, die sie rettete. Allergrößten Respekt an die Hotelbesitzerin. Hier hat sie einen Ort geschaffen vor der Zerstörung. Meine Verachtung den polnischen Verantwortlichen. Am Ende der folgenden Galerie einige Momentaufnahmen und Impressionen davon.

Brest, Puschkin-Universität, im Eingangsbereich – ein Zitat des großen, russischer Nationaldichters Alexander Sergejewitsch Puschkin († 1837):
“Mein Freund, lasst uns die schönsten Regungen unserer Seelen unserem Vaterland widmen!”
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Videoschnipsel zum Ereignis
2026 Brest – Gedenken an 22. Juni 2026 – Volksmusik
2026 Brest – Gedenken an 22. Juni 2026 – Zeitzeugin in Dremlewo 1
2026 Brest – Gedenken an 22. Juni 2026 – Zeitzeugin in Dremlewo 2
2026 Brest – Gedenken an 22. Juni 2026 – in der Festung 1
2026 Brest – Gedenken an 22. Juni 2026 – in der Festung 2
2026 Brest – Gedenken an 22. Juni 2026 – in der Festung 3
2026 Brest – Gedenken an 22. Juni 2026 – in der Festung 4
2026 Brest – Gedenken an 22. Juni 2026 – in der Festung 5
2026 Brest – Gedenken an 22. Juni 2026 – in der Festung 6
2026 Brest – Gedenken an 22. Juni 2026 – in der Festung 7
2025 Brest – am Eingangsportal der Festung
Alle Videos unter meinem YouTube-Kanal → www.youtube.com/@port-woling
Foto-Galerie
Hinweise zu den Bildern (und weiteren 320 Momentaufnahmen)
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- Bildautor: Wolfgang Kiessling (wenn kein Autor benannt)
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Nachsatz
Das Thema Erinnerung und Aufklärung bleibt ein am Anfang stehendes Erfordernis – leicht gesagt und schwer getan. Es erfordert viel Mut, viele Ideen, Mitwirkende, Plattformen und eine zunehmende sowie enge Vernetzung. Port Woling betreibt weiter Aufklärung u. a. zu den Themen …
» Antifaschismus » Big-Data » Demagogie » Ermächtigung » Ethik & Moral » Euthanasie » Exekutive » Extremismus » Fanatismus » Faschismus » Fatalismus » Finanzsystem » Fraktale » Freundschaft » Gedenken » Globale STASI » Globaler Status quo » Globalität » Great Reset » Geschichte » Gewalt » Instinkt » Intelligenz » Interessenkomplexe » Judikative » KI » Krieg » Kriegswirtschaft » Legislative » Lobbyismus » Macht » Manifest » Manipulation » Massenüberwachung » Medien » Militarismus » Militärisch-Industrieller-Komplex » Neue Moderne » Ökonomie » Oligarchie » Pandemie » Parteien » Patriotismus » Politische Klasse » Propaganda » psychologische Kriegsführung » Quantenreligio » Religionen » Ressourcen » Rote Linie » Schlüsseltechnologien » Scheindemokratie » Schwur von Buchenwald » Soldatsein » Souverän » Staatsextremismus » Teilen » Terror » Toleranz » Totaler Staat » Totalimperialismus » Totalitarismus » Umwelt » Verfassungsdurchbrechung » Waffen » Wahlaufruf » Wahlen » Wie es begann » Widerstand » Wifi-Sensing und Palantir » Whistleblowing » Zionismus
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