2026-03 @ Krieg für ERETZ ISRAEL

Krieg Port Woling – Die Frage nach dem Plan “ERETZ ISRAEL” stellt sich gerade wie­der mit dem mas­si­ven Angriff Isra­els Armee auf den Iran seit dem 28.02.2026. Erobe­rungs­po­li­tik und Zio­nis­mus in der Tra­di­tion des Faschismus.


Aktua­li­siert: 02.03.2026, Quellen

Überfall auf den Iran – für ERETZ ISRAEL?

Deut­sche, pri­vi­le­gierte, gebriefte Sys­tem­me­dien tönen – Jene, die uns seit Jah­ren in Kri­sen die Wahr­hei­ten ver­bie­gen und Nar­ra­tive vor­schrei­ben. Der Iran scheint am Tag nach Beginn des Über­falls schon geschwächt. Ein ideo­lo­gi­scher Geg­ner des Wes­tens, der Revo­lu­ti­ons­füh­rer, der Archi­tekt und Bewah­rer des Sys­tems der „Herr­schaft des Rechts­ge­lehr­ten“, das geis­tige und poli­ti­sche Ober­haupt Irans, der an obers­ter Posi­tion (über die Lan­des­gren­zen hin­aus) bzw. als reli­giöse Auto­ri­tät und Leit­fi­gur im welt­wei­ten, schii­ti­scher Islam ste­hende Aja­tol­lah Ali Cha­menei wurde getö­tet und zum Mär­ty­rer – ein Fakt, der die reli­giöse, isla­mi­sche Welt noch in Jahr­hun­der­ten nicht ver­ges­sen haben wird(!). Ver­glei­chend stelle man sich vor, dem Ober­haupt der römisch-katho­li­schen Kir­che wäre so etwas passiert.

Ein Nah­ziel wurde erreicht. Geht es darum? Kön­nen wir Iran und seine Form der Füh­rung bewer­ten – leben wir dort? Ist es nicht so, dass man nur schwer über etwas urtei­len kann, das man in der Tiefe nicht ge-/er­lebt hat? Sollte man nicht zuerst tief in andere Lebens-und Denk­mus­ter ohne Über­heb­lich­keit vor­ge­drun­gen sein, um zu begrei­fen, um urtei­len zu kön­nen, z.B. über ein Land, seine Bevöl­ke­rung, Füh­rung und Reli­gion, wie dem Iran? Kön­nen wir Ande­ren “UNSERE Demo­kra­tie” aufdrücken?

Der tiefe Hin­ter­grund die­ses Kriegs, das wahre Ziel Isra­els seit Jahr­zehn­ten – u. a. sicht­bar an einer Kette von Krie­gen gegen Nach­barn – der Plan “ERETZ ISRAEL”, ein GROẞISRAEL (wie in der Karte sicht­bar, Bild­quelle Netz­fund) das poli­ti­sche und geis­tige Füh­rer Isra­els mit ihrer Reli­gion und zio­nis­ti­schen, nazis­ti­schen Ideo­lo­gie begrün­den und sogar wie­der­holt öffent­lich pro­pa­gie­ren. Dar­über berich­ten Leit­me­dien des Unwer­te­wes­tens nicht. Ja – tat­säch­lich, sie hal­ten diese Erobe­rungs­pläne und krie­ge­ri­schen Akte für legi­tim und zutiefst reli­giös begrün­det, wie damals das Dritte Reich im Drang nach Osten mit allen mensch­li­chen Ver­bre­chen in der Folge. Und den USA kommt das in ihrer Res­sour­cen­gier gele­gen. GB, Frank­reich und die BRD ste­hen aus Staats­rä­son an der Seite vom Kriegs­ver­bre­cher Israel.

Im Fol­gen­den Erklä­run­gen zum Hin­ter­grund des aktu­el­len The­mas “ERETZ ISRAEL” aus­zugs­weise aus mei­nem geplan­ten Buch → Das FASCHIS­MUS-Pro­to­koll” (Kapi­tel 16 “Apart­heid und Zio­nis­mus”, Quel­len auf­ge­führt am Textende):

ERETZ ISRAEL
Karte Dream of Zio­nism. Map of Grea­ter Israel der Biblio­thek der Cor­nell Uni­ver­sity (Ithaca, New York, USA)

ERETZ ISRAEL und Zio­nis­mus – das Wir­ken nazis­ti­scher Ideo­lo­gie von Staats wegen sehen wir in der Gegen­wart auch in Israel. Dass es tat­säch­lich so ist, lässt sich heute mit vie­len Fak­ten bele­gen. Eine Ver­trei­bungs- und Ver­nich­tungs­po­li­tik des israe­li­schen Staa­tes wird seit Jahr­zehn­ten gegen­über Paläs­ti­nen­sern betrie­ben – in der Gegen­wart mit schlimms­ter Bru­ta­li­tät zuneh­mend. Ein beson­ders mar­kan­tes Merk­mal des dor­ti­gen Faschis­mus bil­det der fort­lau­fende und beschleu­nigte Völ­ker­mord in Gaza, ins­be­son­dere seit dem ver­meint­li­chen Beginn des Gaza-Krie­ges(1) am 07.10.2023. Israel ist durch diese jahr­zehn­te­lange, exten­sive Aggres­si­vi­tät, Bru­ta­li­tät sowie einen Ter­ro­ris­mus gegen Paläs­tina und ganze ara­bi­sche Völ­ker als faschis­ti­scher Staat zu benennen.

Sprach­rohre der heute Herr­schen­den, wie die vor Jah­ren mit anti­fa­schis­ti­schen Idea­len ins Ren­nen gegan­gene Ama­deu Anto­nio Stif­tung, die ihre Ideale offen­sicht­lich so nach und nach beer­di­gen, unter­stel­len heu­ti­gen Akti­vis­ten für Frie­den und wah­ren Anti­fa­schis­mus, sie wür­den einen unzu­läs­si­gen Kon­text zu his­to­ri­schen Ereig­nis­sen her­stel­len und so anti­se­mi­tisch auf­tre­ten. Was für eine bös­ar­tige Unter­stel­lung – ein­zig mit dem Ziel der Dis­kre­di­tie­rung des gesell­schaft­li­chen Wider­stands in Deutsch­land – aber auch dem Ziel, den Men­schen die Augen zu ver­schlie­ßen vor dem von deut­schen Obe­ren gedeck­ten Völ­ker­mord Isra­els in Paläs­tina und ganz beson­ders in Gaza seit dem 07.10.2023.

Die Erin­ne­rung an den Holo­caust hat nichts, aber auch gar nichts mit einer not­wen­di­gen Kri­tik am Völ­ker­mord Isra­els Füh­rung und ihrer Armee in Gaza zu tun.

Zio­nis­mus ist kein Recht­fer­ti­gungs­grund für Mas­sen­mord an Kin­dern und Zivi­lis­ten ande­rer Völ­ker. Der Zio­nist ist nicht gleich­zu­set­zen mit einem Juden oder Israeli. Der Zio­nist ist ein Ange­hö­ri­ger einer poli­ti­schen, natio­na­lis­ti­schen, extre­mis­ti­schen Bewe­gung. Der Jude ist zuerst ein Ange­hö­ri­ger der Reli­gion des Juden­tums – nach dem jüdi­schen Reli­gi­ons­ge­setz Jemand, der eine jüdi­sche Mut­ter hat oder zum Juden­tum kon­ver­tiert ist. Und schließ­lich, der Israeli ist ein­fach ein Staats­an­ge­hö­ri­ger Isra­els. Jede Tat oder auch jede Kri­tik muss klar adres­siert sein und das wis­sen auch Anti­fa­schis­ten sowie Kri­ti­ker des Völ­ker­mord in Gaza.

In Deutsch­land wird bald jede Kri­tik an Ver­bre­chen in Paläs­tina (spe­zi­ell in Gaza) und am Zio­nis­mus(2) – der natio­na­lis­ti­schen Ideo­lo­gie und Bewe­gung Isra­els – von der staat­lich ver­ord­ne­ten Deu­tungs­ho­heit auto­ma­tisch mit Anti­se­mi­tis­mus, also mit For­men von Juden­hass und Juden­feind­lich­keit, gleich­ge­setzt – so wie jeder Frie­dens­ak­ti­vist hier­zu­lande als Rechts­extre­mist ver­schrien wird. Diese Sicht ist ein­fach ein dem­ago­gi­sches, ver­leum­de­ri­sches Nar­ra­tiv, das das Ver­bre­chen schützt, aber nicht der Wahr­heit dient. Dabei rich­tet sich die Kri­tik nicht gegen Juden, auch nicht pau­schal gegen Israe­lis, son­dern gegen Zio­nis­ten und die staat­li­che sowie mili­tä­ri­sche Füh­rung Israels.

Warum das Sys­tem hat, warum es Unsinn ist und warum Zio­nis­mus in der Tra­di­tion des Faschis­mus steht, zeigt die fol­gende Sicht auf den Zio­nis­mus im ERETZ ISRAEL.

Kri­tik an Israel, die selbst im Aus­land lebende jüdi­sche Gelehrte und Juden, ob der sys­te­ma­ti­schen Ver­nich­tungs- und Ver­trei­bungs­po­li­tik der israe­li­schen Füh­rung und von Sied­lern gegen­über Paläs­ti­nen­sern, vor­neh­men, ist kei­nes­falls Kri­tik an Juden – sie ist ein­zig eine Kri­tik an Isra­els poli­ti­scher und mili­tä­ri­scher Füh­rung sowie mili­tan­ten Sied­lern. Diese dem­ago­gi­sche Ver­fäl­schung hat Sys­tem. Das vom Völ­ker­recht her gedeckte Bewusst­sein hier­zu­lande gegen­über dem Land Paläs­tina und sei­nen Men­schen, aber auch den Ver­bre­chen an die­sen Men­schen soll gewan­delt wer­den. Wenn Unwahr­hei­ten oft genug geäu­ßert wur­den, wird nach der Geschichte und Fak­ten­lage nicht mehr gefragt.

Dabei hatte u. a. im Jahr 2024 der Inter­na­tio­nale Gerichts­hof in einem Rechts­gut­ach­ten erklärte (das die UN-Gene­ral­ver­samm­lung im Dezem­ber 2022 mit einer Reso­lu­tion ange­sto­ßen hatte), dass Israel den Gaza­strei­fen, das West­jor­dan­land und Ost­je­ru­sa­lem völ­ker­rechts­wid­rig besetze. Daher haben alle israe­li­schen Sied­ler die besetz­ten Gebie­ten zu ver­las­sen und der Staat Israel den Scha­den aus der Besat­zung zu erset­zen.(3) Aber nicht nur die­ses Gut­ach­ten spricht klare Worte.

ERETZ ISRAEL(4) – die bibli­sche Bezeich­nung für einen Groß­staat der Juden bzw. Hebräer – geht u. a. zurück auf Luft­bil­der vom Foto­gra­fen Zol­tan Klu­ger († 1977, öster­rei­chisch-unga­ri­scher, spä­ter israe­li­scher Foto­graf) aus den Jah­ren 1937 und 1938. Sie bil­de­ten eine visu­elle Quelle zur Archi­tek­tur­ge­schichte des Jischuws(5), des jüdi­schen Gemein­we­sen in Paläs­tina vor der Grün­dung des Staa­tes Israel am 14. Mai 1948. Der deutsch-jüdi­sche Kauf­mann und Ver­le­ger Sal­man Scho­cken († 1959, deutsch-jüdi­scher, spä­ter israe­li­scher Kauf­mann, grün­dete 1931 in Ber­lin den Scho­cken Ver­lag; 1933 nach Paläs­tina; spä­ter Ver­le­ger u. a. Tages­zei­tung Ha’aretz; För­de­rer einer Rück­be­sin­nung auf das kul­tu­relle jüdi­sche Erbe) ver­öf­fent­lichte die Luft­bil­der im Sep­tem­ber 1938 in einem Album als Luft­auf­nah­men des Lan­des Israel. Klu­gers ein­zig­ar­tige Luft­auf­nah­men zei­gen eine Per­spek­tive auf his­to­ri­sche und bibli­sche Land­schaf­ten, u. a. die Judäi­sche Wüste und das Jor­dan­tal. Von die­sem außer­ge­wöhn­li­chen Pro­jekt “Erez Israel from the Air 1937-38”(6) ist eine Kopie im Archiv der Israe­li­schen Natio­nal­bi­blio­thek aufbewahrt.

Die Vision ERETZ ISRAEL wurde spä­ter in bestimm­ten Krei­sen auch als Plan für ein Groß­is­rael als jüdi­schen Staat (nach dem Begrün­der des Zio­nis­mus Theo­dor Herzl(7) bestä­tigt, u. a. in den 1980er Jah­ren als Yinon-Plan(8). Der Plan ver­deut­licht die Vision bzw. Stra­te­gie für ein Groß­is­rael, das sich vom Tal Ägyp­tens (oder auch Bach Ägyp­tens, engl. Brook of Egypt) bis an den Euphrat erstre­cken sollte.(9) Ein Groß­is­rael “vom Bach Ägyp­tens bis an an den Euphrat”, vom ägyp­ti­schen Nil bis an den Euphrat im Irak, von der Grenze zur Tür­kei bis ins Kern­land Saudi-Ara­bi­ens, bis zur ara­bi­schen Wüste Ägyptens.

Letzt­lich ist die­ser Plan ein umstrit­te­ner zio­nis­ti­scher Plan für den Mitt­le­ren Osten, aber auch zur För­de­rung der US-Inter­es­sen in der Region. Der Yinon-Plan bezog sich auf einen im Februar 1982 ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel in der hebräi­schen Zeit­schrift Kivu­nim (dt. Rich­tun­gen) mit dem Titel “Eine Stra­te­gie für Israel in den 1980er Jah­ren” (engl. “A Stra­tegy for Israel in the Nine­teen Eight­ies“, by Oded Yinon)(10). Der Arti­kel stammt aus der Feder von Oded Yinon (Jour­na­list, israe­li­scher Beam­ter, poli­ti­scher Bera­ter), einem ehe­ma­li­gen lei­ten­den Beam­ten des israe­li­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums und Jour­na­list für Die Jeru­sa­lem Post, vor­geb­lich ehe­mals Bera­ter von Ariel Sharon († 2014, israe­li­scher Poli­ti­ker, Gene­ral, Ministerpräsident).

Ist es tat­säch­lich der Plan Isra­els – in Paläs­tina alle Paläs­ti­nen­ser sys­te­ma­tisch besei­ti­gen oder nach Afrika zwin­gen, die Ara­bi­sche Liga zer­schla­gen, Trans­jor­da­nien eli­mi­nie­ren, Syrien über­neh­men, dann Bom­ben auf Port Said, Alex­an­dria, den Sinai und wohin noch? Es wären gefähr­li­che Groß­land- und macht­be­stre­bun­gen nach dem Vor­bild nicht nur Hit­ler­deutsch­lands, son­dern auch Polens und ande­rer Staa­ten zu ver­schie­de­nen Zeiten.

Der Plan eines Groß­is­rael scheint wei­ter prä­sent, wie die bis heute dau­ernde, jahr­zehn­te­lange, aggres­sivste Expan­si­ons­po­li­tik Isra­els auf­zeigt – wie der aktu­elle Über­fall auf Iran auch zeigt – genauso prä­sent, wie der ewige Erobe­rungs­drang des deut­schen Impe­ria­lis­mus, Mili­ta­ris­mus und Faschis­mus nach den Begehr­lich­kei­ten in Russland.

Der Tal­mud(11), (die Dis­kus­sion der Mischna(12) bzw. münd­li­chen Lehre, Regeln für Pra­xis und All­tag der Rab­bi­ner (13), den jüdi­schen Gelehr­ten) ist nicht zu ver­wech­seln mit dem Tanach(14) – dem ers­ten Teil der Tora(15) -, der Hebräi­schen Bibel bzw. hei­li­gen Schrift des Juden­tums (mit bibli­schen Geset­zes­tex­ten). Die münd­li­chen und schrift­li­chen Grund­la­gen des Tal­mud tra­gen sehr zur Wahr­neh­mung und dem Wesen des Juden­tums bei. Tat­sa­che ist, schon immer haben Tora und Mischna die mit­tel­al­ter­li­chen und heu­ti­gen Gelehr­ten sowie moder­nen Poli­ti­ker mit der Frage konfrontiert, …

… wo die Gren­zen Isra­els wirk­lich liegen.

Es wäre naiv zu glau­ben, dass diese Über­le­gun­gen nicht auch oder zuerst von öko­no­mi­schen Inter­es­sen und Aspek­ten gelei­tet wären. Ein Groß­is­rael “ERETZ ISRAEL” – mit Gebie­ten zwi­schen Mit­tel­meer und dem Fluss Jor­dan, Tei­len Jor­da­ni­ens und ggf. auch der Aus­deh­nung auf Gebiete des Liba­nons, Syri­ens, Ägyp­tens und Saudi Ara­bi­ens – ist schon lange eine poli­ti­sche For­de­rung extre­mis­ti­scher jüdi­scher Grup­pie­run­gen. Offi­zi­ell wird aber immer abge­strit­ten, dass der Staat diese Ziele ver­folge, dass im Gegen­teil diese For­de­rung nur eine poli­ti­sche Dys­to­pie wäre.

Wie aber Gelehrte dar­über den­ken, zeigt u. a. die ortho­doxe Rab­bi­ner­kon­fe­renz (das Rab­bi­nat Deutsch­land) im Juli 2022. Sie beto­nen den Tal­mund, der Israel groß­zü­gig als sehr “dehn­ba­res Land” betrach­tet. Und sie stel­len die Frage der Gren­zen auf die inter­na­tio­nale Tages­ord­nung.(16) Warum ist das zu erwäh­nen oder zumin­dest beden­kens­wert beim Thema Faschis­mus? In der Geschichte des Juden­tum, als auch in ande­ren Reli­gio­nen bil­den reli­giö­ser Fun­da­men­ta­lis­mus – also eine strikte Hand­lungs­ori­en­tie­rung durch The­sen zur Neu­ge­burt sowie gött­li­che Über­lie­fe­run­gen – immer wie­der Quel­len von Popu­lis­mus und radi­ka­len, reak­tio­nä­ren, chau­vi­nis­ti­schen, andere Men­schen ver­ach­ten­den Denk­wei­sen einer nazis­ti­schen Ideologie.

Die Frage bleibt – ist der Plan eines “ERETZ ISRAEL”, der Yinon-Plan für ein Groß­is­rael heute auf Kar­ten der israe­li­schen poli­ti­schen mili­tä­ri­schen Agenda ent­hal­ten? Natür­lich wird diese Frage von Leit­me­dien und Mit­glie­dern des NGO-Kom­ple­xes des west­li­chen Sys­tems – wie immer bei vom Wes­ten erzeug­ten Kri­sen – als Ver­schwö­rungs­theo­rie abge­tan. Die Staats­rä­son und das legi­time Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung Isra­els erfor­dere dies, hören wir oft als Gründe (nur, wel­che Selbst­ver­tei­di­gung, wenn Israel immer wie­der in sei­ner Expan­si­ons­po­li­tik angreift).

Die Gegen­wart belegt aber Isra­els Plan, u. a. alle Paläs­ti­nen­ser aus Gaza und dem West­jor­dan­land zu ver­trei­ben. Isra­els Regie­rungs­chef Ben­ja­min Netan­jahu selbst hatte mit einer vor der UN-Voll­ver­samm­lung gezeig­ten Israel-Karte, die auch die paläs­ti­nen­si­schen Gebiete ein­schließt, für Auf­se­hen gesorgt(17). Selbst das israe­li­sche Außen­mi­nis­te­rium hatte einen diplo­ma­ti­schen Sturm aus­ge­löst, als es eine bibli­sche Karte ver­öf­fent­lichte, die in der ara­bi­schen Welt als expan­siv und als direkte Bedro­hung ihrer Sou­ve­rä­ni­tät betrach­tet wurde(18). Der mit­ten im ara­bi­schen Raum her­vor­ra­gend plat­zierte “US-Fug­zeug­trä­ger” Israel bekommt im März 2025 selbst durch seine US-Admi­nis­tra­tion den Vor­schlag, alle Paläs­ti­nen­ser nach Afrika umsie­deln. Zu groß das Begeh­ren nach rie­sen Res­sour­cen in und an der Küste vor Gaza.(19)

Die Frage nach dem Plan “ERETZ ISRAEL” stellt sich gerade wie­der mit dem mas­si­ven Angriff Isra­els Armee auf den Iran seit dem 28.02.2026. Dass offi­zi­elle Nar­ra­tiv der EU-Obe­ren dazu lau­tete wie­der ein­mal, dass Israel sein Recht zur Selbst­ver­tei­di­gung wahr­nehme. Das Atom­pro­gramm Irans müsse ver­hin­dert wer­den. Es ist ein Kon­strukt, das noch nie belegt wer­den konnte. Außer­dem bezieht man sich auf den 07.10.2023, als tau­send Israe­lis getö­tet wur­den (mut­maß­lich aber über­wie­gend selbst töte­ten in einer Aktion gemäß der Han­ni­bal-Direk­tive(20), inzwi­schen aber bis Juni 2025 in Gaza nach diver­sen Schät­zun­gen 60.000 Paläs­ti­nen­ser umge­bracht wur­den – davon laut UNO 70 Pro­zent der Opfer Frauen und Kin­der(21), die damit nichts zu tun haben. Ohne Schüt­zen­hilfe von flie­gen­den Kom­mando- und Auf­klä­rungs­zen­tra­len, den NATO-AWACS, ist ein Über­fall auf den Iran kaum möglich.

ERGO: Die­ser Über­fall und wei­tere israe­li­sche Aggres­sio­nen der letz­ten Jahre auf umlie­gende Län­der zei­gen, dass Netan­jahu sei­nen Traum von einem Groß­is­rael wei­ter träumt. Im Expan­si­ons- und Groß­macht­stre­ben kal­ku­liert er Mil­lio­nen von Opfern. Nazis­mus pur. Seine wei­te­ren Über­le­gun­gen klin­gen abenteuerlich. …

Natür­lich, Iran liegt nicht im, son­dern nur am Rande des gedach­ten Akti­ons­raum der Karte “ERETZ ISRAEL”. Israel und sei­nem Ver­bün­de­ten USA geht es aber um die abso­lute Vor­macht im Nahen Osten, im ara­bi­schen Raum – Iran ist ihnen dabei nicht nur ein mäch­ti­ger Widersacher.

Der Zio­nis­mus ist, wie die Pra­xis zeigt, nicht nur Ras­sis­mus und Ver­trei­bung, son­dern auch nazis­ti­sche Methode der Kriegs­füh­rung. … Isra­els Sol­da­ten in Gaza tra­gen das Abzei­chen „Isra­els ver­spro­che­nes Land“, das das Ziel radi­ka­ler Zio­nis­ten klar ver­deut­licht. Diese Art des Vor­ge­hens ist eine geno­zi­dale Kriegs­füh­rung. UN-Son­der­aus­schüsse und ihre Beauf­trag­ten lie­fer­ten zurück­lie­gend dafür viele Belege, u. a. Fran­ce­sca Alba­nese (inter­na­tio­nale Rechts­an­wäl­tin, spe­zia­li­siert auf Men­schen­rechte und den Nahen Osten, UN-Son­der­be­richt­erstat­ter über die Situa­tion der Men­schen­rechte in den paläs­ti­nen­si­schen besetz­ten Gebieten) …

Völ­ker­recht und inter­na­tio­na­les Recht sind unver­han­del­bar. Es scheint für Israel und seine Unter­stüt­zer nicht zu existieren.

“ERETZ ISRAEL”, die bibli­sche Vision eines Groß­is­rael, ist wohl keine Theo­rie, son­dern – wie die Welt sieht – eher täg­li­che Praxis …

Und es bleibt die Frage, “Warum Opfer der Geschichte zu Tätern wer­den”? Ist es die reli­giöse Vor­stel­lung vom jüdi­schen Volk, als dem von Gott aus­er­wähl­ten Volk, das sich im Bund Got­tes mit Abra­ham und der Offen­ba­rung der Tora1 am Berg Sinai grün­dete? Ist es die tief ver­an­kerte Sicht in Tei­len der Gesell­schaft, dass es in der Geschichte der Mensch­heit nur das eine, das abso­lute Opfer der Shoa gab, um damit jedes Recht als Besat­zer zu begrün­den? Oder ist es das Unbe­greif­li­che des Ras­sis­mus, dass Paläs­ti­nen­ser von Zio­nis­ten über­haupt nicht als Men­schen gese­hen wer­den? Ant­wor­ten und mehr zum Thema Zio­nis­mus, dar­über, warum Zio­nis­mus in der Tra­di­tion des Faschis­mus steht, im Kapi­tel 16 in mei­nem o.g. Buch.

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Wolf­gang Kiessling (alias Woling – www.port-woling.net, alias Wolle Ing – www.wolle-ing.de)
Quellen

(1) Begriffs­er­klä­rung Gaza-Krieg: Eska­la­ti­ons­be­ginn am 07.10.2023, der Krieg begann aber vor­her; siehe Junge Welt, Arti­kel Kai Köh­ler vom 07.10.2024, Saat des Has­ses – Ein Jahr Gaza­krieg, 10.06.2025

(2) Begriffs­er­klä­rung Zio­nis­mus: poli­tisch-reli­giöse Basis der Grün­dung des Staa­tes Israel; Ideo­lo­gie Jener, die einen unab­hän­gi­gen jüdi­schen Staat anstre­ben und wie die Rea­li­tät zeigt, auf Kos­ten ande­rer Völ­ker; wird im Wei­te­ren in die­sem Kapi­tel inhalt­lich erläutert

(3) Quelle: LTO, Legale Tri­bune Online, Bei­trag Dr. Fran­ziska Kring vom 19.07.2024, Rechts­gut­ach­ten des IGH zu paläs­ti­nen­si­schen Gebie­ten, Israel betreibt völ­ker­rechts­wid­rige Anne­xion, 11.06.2025

(4) Begriffs­er­klä­rung Eretz Israel: „Eretz Israel bedeu­tet Land Israel und ist die bibli­sche Bezeich­nung für den Staat der Juden bezie­hungs­weise Hebräer. Der Begriff wurde nach dem Beginn des poli­ti­schen Zio­nis­mus im 19. Jh. wie­der auf­ge­grif­fen und wird auch im heu­ti­gen Staat Israel öfters ver­wen­det“; Quelle: Jüdi­sche All­ge­meine, 08.11.2018, Eretz Israel, 12.06.2025

(5) Begriffs­er­klä­rung Jischuw: Seit Ende 19. Jh. gebräuch­li­che Bezeich­nung für das vor­staat­li­che, jüdi­sche Gemein­we­sen in Paläs­tina; spä­ter durch eine ter­ri­to­ri­a­li­sie­rende Seman­tik (ter­ri­to­riale Ansprü­che) ergänzt

(6) Quelle: De Gruy­ter Brill, Arti­kel Ines Son­der vom 11.11.2021,Erez Israel from the Air 1937-38 – Zol­tan Klu­gers Luft­bil­der als visu­elle Quelle zur Archi­tek­tur­ge­schichte des Jischuws; aus der Zeit­schrift Asch­ke­nas, Band 31 Heft 2, 13.06.2025

(7) Zur Per­son Theo­dor Herzl: † 1904, öster­rei­chisch-unga­ri­scher Schrift­stel­ler, Publi­zist und Jour­na­list, Haupt­be­grün­der des poli­ti­schen Zio­nis­mus; 1896 mit sei­ner Ver­öf­fent­li­chung “Der Juden­staat” Initia­tor des poli­ti­schen Zio­nis­mus, ers­ter Prä­si­dent des Zio­nis­ti­schen Welt­kon­gres­ses; siehe LEMO, Leben­di­ges Museum Online, Theo­dor Herzl, 13.06.2025

(8) Begriffs­er­klä­rung Yinon-Plan: Plan für ein Groß­is­rael – siehe auch nach­fol­gende Quelle

(9) Quelle: Midd­ler East Poli­ti­cal and Eco­no­mic Insti­tute, Arti­kel Prof. Eca­te­rina MATOI vom 07/2024, Grea­ter Israel: an Ongo­ing Expan­sion Plan for the Middle East and North Africa, 13.06.2025

(10) Quelle: Inter­net-Archive, A Stra­tegy for Israel in the Nine­teen Eight­ies, by Oded Yinon, siehe auch ikhwan­web, Arti­kel 09.10.2009, A Stra­tegy for Israel in the Nine­teen Eight­ies, 13.06.2025

(11) Begriffs­er­klä­rung Tal­mud: eines der wich­tigs­ten Werke des Juden­tums, eine der Säu­len des Juden­tums, beinhal­tet die Dis­kus­sio­nen jüdi­scher Gelehr­ter aus meh­re­ren Jahr­hun­der­ten, unter­schied­lich große Bedeu­tung im ortho­doxe und libe­rale Juden­tum, die Basis des Tal­mud ist die Mischna; siehe auch: Talmud.de, Arti­kel Chajm Guski vom 11.12.2013, Was ist der Tal­mud?, 14.06.2025

(12) Begriffs­er­klä­rung Mischna: „Die Mischna(h) (wört­lich Wie­der­ho­lung) ist die Wei­ter­gabe der »münd­li­chen Lehre« – sie bil­det die Basis des Tal­muds. Die Mischna ist in sechs Ord­nun­gen (Seda­rim) unter­teilt und besteht aus 63 Trak­ta­ten (Mass­echtot)“; Quelle: Talmud.de, Die Mischna, 14.06.2025

(13) Begriffs­er­klä­rung Rab­bi­ner: oder Rab­bis, Plu­ral von Rabbi, dt. „mein Leh­rer“ oder „mein Meis­ter“, seit dem Alter­tum jüdi­sche Gelehrte, die die Vor­schrif­ten der Tora aus­le­gen, geist­li­che Ober­haupt bzw. reli­giöse Füh­rer einer jüdi­schen Gemeinde, Gelehr­ter und Leh­rer im Juden­tum; siehe auch: religionen-entdecken.de, Lexi­kon, Rab­bi­ner, 14.06.2025

(14) Begriffs­er­klä­rung Tanach: auch Ten­ach, die Hebräi­sche Bibel, Samm­lung hei­li­ger Schrif­ten des Juden­tums; bestehend aus den Haupt­wer­ken Tora (Wei­sung), Neviʾim (Pro­phe­ten) und Ketu­vim (Schrif­ten) – dar­aus ent­stand das Akro­nym des Tanach „TNK“ (erste Buch­sta­ben der Werke) bzw. das Wort „Tanach“; Siehe auch: Talmud.de, Der Tanach – die hebräi­sche Bibel, 14.06.2025

(15) Begriffs­er­klä­rung Tora: auch Thora, Torah, dt. Lehre/Gesetz; erste Teil des Tanach, der hebräi­schen Bibel; bestehend aus fünf Büchern, benannt im Juden­tum auch „Die fünf Fünf­tel der Tora“ – in deut­schen Bibel­über­set­zun­gen refor­ma­to­ri­scher Prä­gung auch genannt „Die fünf Bücher Mose“ (auch Pen­ta­teuch); Siehe auch: Talmud.de, Die Torah, 14.06.2025

(16) Quelle: ORD, Ortho­doxe Rab­bi­ner­kon­fe­renz – das Rab­bi­nat Deutsch­land, Juli 2022, Zusam­men­fas­sung und Ver­tie­fung, 14.06.2025

(17) Quelle: Zeit.de, Nah­ost­kon­flikt, Arti­kel vom 22.09.2023, Ben­ja­min Netan­jahu löst mit Nah­ost­karte Empö­rung aus, 14.06.2025; wei­tere Quelle: Junge Welt, Aus­gabe vom 15.10.2024, Aus­land, Kolo­nia­lis­mus in Paläs­tina, Netan­jahu will ein Groß­is­rael, 14.06.2025

(18) Quelle u. a.: Fokus-Jerusalem.tv, Arti­kel vom 09.01.2025, Israe­li­sches Außen­mi­nis­te­rium ver­öf­fent­licht bibli­sche Land­karte von Groß-Israel, 14.06.2025

(19) Quelle u. a.: AP, Arti­kel Josef Feder­man, Matthew Lee, Samy Magdy vom 14.03.2025, AP Exclu­sive: US and Israel look to Africa for moving Pal­es­ti­ni­ans uproo­ted from Gaza, 14.06.2025

(20) Quelle: die Han­ni­bal-Direk­tive, eine israe­li­sche, seit den 1980er Jah­ren geheime, mili­tä­ri­sche Dok­trin von israe­li­schen Gene­rä­len als „Mord-Selbst­mord-Pakt“ bei Gei­sel­nah­men – wurde auf gefan­gene eigene Zivi­lis­ten und Sol­da­ten aus­ge­wei­tet – zur Ver­hin­de­rung von Gei­seln oder eben als Werk­zeug zur Schuld­zu­wei­sung und Ver­leum­dung des Geg­ners; Electronicintifada.net, Arti­kel Asa Winst­an­ley Rvom 07.02.2025, Army was orde­red to kill Israe­lis on 7 Octo­ber, defense minis­ter con­firms, 14.06.2025,

(21) Quelle: UN, UNRIC – Regio­na­les Infor­ma­ti­ons­zen­trum der Ver­ein­ten Natio­nen, Arti­kel vom 14. Novem­ber 2024, Gaza: Nach UN-Anga­ben vor allem Frauen und Kin­der unter Toten, gefun­den auf unric.org unter Suche „Gaza Tote – Such­ergeb­nisse“, 15.06.2025

Nachsatz

Das Thema Erin­ne­rung und Auf­klä­rung bleibt ein am Anfang ste­hen­des Erfor­der­nis – leicht gesagt und schwer getan. Es erfor­dert viel Mut, viele Ideen, Mit­wir­kende, Platt­for­men und eine zuneh­mende sowie enge Ver­net­zung. Port Woling betreibt wei­ter Auf­klä­rung u. a. zu den Themen …

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