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Die Ahnen marschieren wieder
Kolumne Port Woling – Über die Kontinuität militärischer Eliten im heutigen Deutschland
Ein General marschiert nicht allein
01.07.2025: – der Ukraine-Erklärer Generalmajor Christian Freuding ist zum Social-Media-Star geworden. Nun wird er neuer Boss der Bundeswehr, offizielle Bezeichnung “Inspekteur des Heeres”. Bis dahin war er Ukraine-Koordinator im Kriegsministerium.
Im Jahr 2024 konnte er seine Freude nur schwer unterdrücken, als Ukra-Faschisten im Raum Kursk russisches Territorium besetzten und die dortige Bevölkerung terrorisierten. Am 11.07.2025 kündigte er im ZDF Heute Journal an, dass die Ukraine “bereits Ende diesen Monats die ersten weitreichenden Waffensysteme geliefert bekommen wird”. Aus Freudings Sicht werden “wir”, also Deutschland, offenbar Russland in der Tiefe des Raums angreifen – so der Plan Mitte Juli 2025.1 Und die ZDF-Chefpropagandistin, die das Interview führte, grätschte – tauglich für Geschichtsbücher, unvergesslich für das Archiv der nazistischen Kriegsberichterstattung – hinterher: „Aber immerhin eine gute Nachricht gibt es: Kiew wird weitreichende Waffensysteme in hoher dreistelliger Zahl durch Deutschland bekommen.“2
Bellizismus, Kriegstreiberei und kriegsverherrlichende Volksverhetzung in Reinkultur.
Nun aber ist der General Freuding ein YouTube-Star, der dafür bekannt ist, verlorene Schlachten zu bejubeln.
Bedarf es einer Entnazifizierung der Bundeswehr?
Zum 8.-Mai-Gedenken posiert der Bundeswehr-General Freuding mit dem Asow-Kommandeur Oleg Romanow, der mehrfach die Waffen-SS-Division “Galizien” verherrlichte. Dieser Romanow ist ein glühender Verfechter der Traditionen der Waffen-SS. Die 3. Separate Sturmbrigade, der Romanow angehört, das Rückgrat des ukrainischen 3. Armeekorps, hat wiederholt die Waffen-SS-Division »Galizien« geehrt und gelobt, um Jahrzehnte später ihre „große Sache“ fortzusetzen.3
Der Braune Sumpf lebt und wird weitergetragen durch deutsche Offizielle, denen dafür im Grunde die Schulterstücken runtergerissen gehörten.
Wer Faschisten hofiert ist ein Faschist – so einfach ist das. Und Freuding fühlt sich nun zum Höchsten berufen, um das Werk seiner Vorfahren fortzusetzen.
Diese Timeline, seine “Beliebtheit” und sein jüngster Karrieresprung – ein Versehen?
Freuding inszeniert sich gern als moderner, sachlicher Militärstratege. Doch der Schatten der Generäle Hitlers, z.B. eines Otto von Knobelsdorff – General der Wehrmacht, Liebling Hitlers, hochdekorierter Kommandant im verbrecherischen Angriffskrieg gegen die Sowjetunion – ist nicht zu übersehen. Und wer sich hinstellt und so tut, als sei das alles belanglose Geschichte, verkennt, wie Eliten in diesem Land funktionieren.
Ein General marschiert nicht allein. Hinter ihm läuft die Geschichte – und manchmal stapft sie in Stiefeln, die viel zu große sind, auch wenn sie verdächtig gut geputzt wirken.
Denn nein – Aufarbeitung hat nie ernsthaft stattgefunden. Es wurde weggelächelt, wegbefördert, weggelobt. Nach dem Krieg ging die Karriere vieler Altnazis einfach weiter, Uniform gegen Uniform getauscht, Gesinnung mitgeschleppt. Aus Wehrmacht wurde Bundeswehr – die Generäle blieben. Und wer heute glaubt, Freuding und Konsorten seien völlig entkoppelt von dieser Tradition, der hat entweder ein schlechtes Gedächtnis oder kein Interesse an Realität.
Militärische Eliten in Deutschland sind kein Zufallsprodukt. Sie sind gezüchtet durch die Innere Führung des Heeres – nicht im Genlabor, sondern im ideologischen Treibhaus aus Staatsräson, NATO-Strategie und geopolitischem Geltungsdrang. Freuding drängt nach Osten, redet vom “Krieg vorbereiten” mit einer Selbstverständlichkeit, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Das ist keine Einzelfall-Psychose. Das ist Klasseninteresse mit Marschbefehl.
Es geht nicht um Traditionshaft – es geht um Machtkontinuität. Es geht um Vergangenheit und einen Sonderzug dahin. Es geht und um das Schweigen, das sie schützt. Wer da Oben Uniform trägt, dient nicht dem Frieden, sondern der Ordnung. Einer Ordnung, die nach wie vor von denen gemacht wird, die nie wirklich abgerüstet haben – weder geistig noch politisch. Die Nachkommen der Täter vieler Massaker in der Sowjetunion, u.a. des → Simferopol-Massakers an Juden und Krimtataren unweit von Kertsch im Dezember 1941, wollen heute das Werk ihrer Vorfahren vollenden und die Nachkommen der Opfer von damals erneut angreifen.
“Kontinuität militärischer Eliten” – ja, es gibt sie, besondern im → Faschismus nach vollzogenen Anfängen.
Da ist Freuding in Deutschlands Eliten kein Einzelfall. Sie hat offensichtlich schon immer Tradition in revanchistischen Armeen Deutschlands. Mit direkten familiären oder geistigen Wurzeln im Hitlerdeutschland ist der Aufstieg personaltechnisch, -strategisch heute wieder programmiert. Nun – Niemand kann was für die Täter von damals. Es ist aber nicht abzustreiten, dass der General von heute tiefste Ambitionen hegt, den verbrecherischen, verlorenen Krieg der Generäle von damals nach den Begehrlichkeiten im Osten wieder aufzunehmen.
Die Täter und ihre Nachfahren – sie haben es Russland nie verziehen, besiegt worden zu sein.
Der General von heute – im Enddarm der US-Administration angekommen – macht aber Hoffnung. Generalsschulterstücke tragen, aber von geostrategischen Grundpositionen (wie Frieden, Zusammenarbeit, verhandeln, miteinander Reden) noch nie etwas gehört? Selbst seine militärische Kompetenz zur Truppenführung ist fraglich, wenn man seine amüsanten Auftritte und Schlachtkommentare zum Ukra-Krieg beobachtet. Mit so einer “exzellenten” militärischen Führung wie heute wäre der WK2 früher beendet gewesen. Weiter so Herr Freuding.
Und wir wissen nun umso deutlicher, was das Vorhaben der Wehrmacht 2.0 ist – Krieg, Krieg gen Osten. Die Ahnen marschieren wieder.
Im Fazit zu meinem Buch “Das Faschismus-Protokoll“ (im Kapitel 28) halte ich fest: „Sag mir, wie du zu Russen stehst, und ich sage dir, wer du bist.“ Dieselben faschistischen Kräfte von damals sind heute wieder am Werk – die Extremisten da Oben, ihre Helfershelfer und Militärs, wie das Beispiel Freuding zeigt. Die Mehrheit der Deutschen will auch heute keinen Faschismus und Krieg – wie sich dieser Faschismus auch tarnen oder kleiden möge und wie er sich auch nennen mag. Abscheulich, kriegerisch und völkerfeindlich bleibt er immer. Sein ideologisches Gift und verbrecherisches Tun müssen wir immer schon in der Wurzel erkennen, dagegen Stellung beziehen und ihn beseitigen, wenn es für die Menschlichkeit und den Frieden sein soll.
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Quellen:
- NachDenkSeiten, über ein Interview im ZDF Heute Journal von Dunya Hayali mit Generalmajor Christian Freuding und bedeutsame Aussagen; Artikel Marcus Klöckner 15.07.2025, „Wir brauchen Waffensysteme, die weit in die Tiefe des russischen Raumes reichen“ – unfassbare Aussagen eines Generalmajors …, 20.07.2025
- wie zuvor
- Junge Welt, Artikel Susann Witt-Stahl vom 12.05.2025, Tag der Befreiung, Festival der Revisionisten, Ukraine: Bundeswehr-Generalmajor hofiert beim 8.-Mai-Gedenken »Asow«-Nazikommandeur, 22.05.2025
Nachsatz
Das Thema Erinnerung und Aufklärung bleibt ein am Anfang stehendes Erfordernis – leicht gesagt und schwer getan. Es erfordert viel Mut, viele Ideen, Mitwirkende, Plattformen und eine zunehmende sowie enge Vernetzung. Port Woling betreibt weiter Aufklärung u.a. zu den Themen …
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