1941-09-01 @ Zwangskennzeichnung

Geschichte Port Woling – Ab September 1941 wurden alle Juden in Deutschland deutlich sichtbar mit dem gelben Stern stigmatisiert, öffentlich ausgegrenzt und de facto zu unerwünschten Personen erklärt


Judenstern – Zeichen der Ausgrenzung

Der faschis­ti­sche Staat führte heute vor 80 Jah­ren – am 1. Sep­tem­ber 1941 – per Gesetz (Poli­zei­ver­ord­nung über die Kenn­zeich­nung der Juden, Reichs­ge­setz­blatt I, S. 547) eine Zwangs­kenn­zeich­nung für alle Per­so­nen ab 6 Jah­ren ein, die recht­lich nach den Nürn­ber­ger Geset­zen von 1935 als Juden galten.

Das in der Öffent­lich­keit an der Klei­dung stän­dig sicht­bar zu tra­gende Zei­chen war ein sechs­ecki­ger gel­ber Stern mit der Innen­schrift “Jude”. Das Zei­chen war Zweck und Mit­tel, um jüdi­sche Men­schen über­all erkennt­lich zu machen, aus­zu­gren­zen und zu diskriminieren.

Nie­mand sollte mit jüdi­schen Men­schen einen Umgang pfle­gen, bei ihnen ein­kau­fen oder ihnen hel­fen. Wer das tat, beging sei­ner­seits größte Risi­ken für sein Leben.

Broken Childhood - Painting by Mikayel Harutyunyan
Bro­ken Child­hood – Pain­ting by Mikayel Harutyunyan

Hit­ler und sein Gefolge unter­mau­er­ten damit das Ziel, alle Juden Euro­pas zu ver­nich­ten. Ihre Nürn­ber­ger Gesetze (bezeich­net auch als Nürn­ber­ger Ras­sen­ge­setze, Ari­er­ge­setze) brach­ten als Grund­lage die­ser Poli­zei­ver­ord­nung die ras­sis­ti­sche Ideo­lo­gie auf eine juris­ti­sche Grund­lage. Der pro­pa­gierte Zweck war der Schutze des deut­schen Blu­tes und der deut­schen Ehre (Reichs­ge­setz­blatt I S. 1146, das soge­nannte Blutschutzgesetz).

Für die Juden selbst war es eine größte Ver­höh­nung. Der gelbe Stern hatte die Umrisse des David­sterns, des Sym­bols des Juden­tums. Ein Gang in der Öffent­lich­keit kam einem Spieß­ru­ten­lauf gleich. Wach­sende Iso­la­tion war die Folge.

In die­sem Zusam­men­hang war die wei­tere Geschichte des deut­schen → Faschis­mus gekenn­zeich­net u.a. von grau­en­haf­ten Ereig­nis­sen wie → Babyn Jar und dem → Pro­to­koll des Wahn­sinns,

Die Mensch­heit brachte immer wie­der Zei­chen der Aus­gren­zung hervor.

Die Zwangs­kenn­zeich­nung der Juden im Drit­ten Reich war in der Geschichte nicht der erst und auch nicht letzte Akt die­ser Art von Men­schen­hand initi­ier­ter unmensch­lichs­ter Verbrechen.

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