2018-04 @ Über Heimat, Glaube, Frieden

Zeitzeichen Port Woling – Menschlichkeit und darüber, warum Menschlichkeit und Verstand nicht immer einhergehen


Fragen über Heimat, Glaube und Frieden

Was macht Menschlichkeit aus?

Tole­ranz und Vielfalt.
Was macht die Welt aus?
Die Tat­sa­che ihrer Verletzlichkeit.
Was macht Europa aus? 
Die Stärke jedes Einzelnen.
Was macht Deutsch­land aus?
Die Viel­falt an Natio­na­li­tä­ten, Traditionen
und auch an Dia­lek­ten der Menschen.
Die sinn­be­freite hasel­nuss­braune AfD
for­dert Deutsch als Landessprache?
Sie haben sich selbst vom Ver­stand befreit!
Sie haben sich radi­ka­li­siert gegen die Vernunft.
Nur – in wes­sen Interesse?

Reden wir doch über den Glauben

Ist Glaube eine Frage des Standpunktes?
Oder ist es eine Frage umfas­sen­der Vernunft?
Was ist allei­nig und/oder all­ge­mein gültig?
Eine ganz bestimmte Reli­gion oder Anschauung?
Fol­gende Epi­sode hilft bei die­ser Überlegung.

Nasred­din Hod­scha lebte im 13./14. Jahrhundert.
Er war in isla­mi­schen & christ­li­chen Regionen
bekannt als Erzäh­ler pro­sa­ischer Geschichten.
Er hatte ein bezeich­nen­des Erlebnis.

Nasred­din saß am Flussufer,
als jemand vom ande­ren Ufer aus rief:
“Wie komme ich denn hier auf die andere Seite?”
Drauf ant­wor­tete Nasreddin:
“Du bist auf der ande­ren Seite!”

Ja – was ist schon abso­lut? Nichts!
Außer, der ver­ewig­ten Worte Nasreddins,
dem Glau­ben an das andere Ufer,
dem Glau­ben an Werte, das Gute, das Teilen.

“Und wandle nicht über­heb­lich auf der Erde,
denn du kannst weder die Erde durchbrechen,
noch kannst du die Berge an Höhe erreichen.”
(Kern­aus­sage im Koran, Sure 17 Vers 37).

Und was sagt die christ­li­che Bibel dazu?
“Du sollst dir kein Bildnis
noch irgend­ein Gleich­nis machen,
weder von dem, was oben im Himmel,
noch von dem, was unten auf Erden,
noch von dem, was im Was­ser unter der Erde ist:
Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!”

Und was meint der Atheist?
“Sei mensch­lich und teile.
Bedenke:
Was trennt Men­schen? Unter­schied­li­che Maßstäbe.
Was ver­lei­tet Men­schen? Dog­men und Unwissen.
Was eint uns? Die Sehnsucht.
Was hält uns zusam­men? Das Teilen.
Was lässt uns leben? Die Vielfalt.
Verkünde:
Du sollst ver­su­chen, Andere zu verstehen.
Lerne zuerst Menschlich,
dann andere Sprachen
und dann das Teilen.”
www.wolle-ing.de/werkstatt/lyrik

Gibt es für Glau­ben einen uni­ver­sel­len Code?
Viel­leicht liegt er am ande­ren Ufer.
Viel­leicht ist dort der Glau­ben und unsere Heimat.

Daher 10 Verse zur Heimat – im Namen des Lebens

Was ist Hei­mat? Eine man­nig­fal­tige Welt,
die uns das gibt, was uns leben lässt!

Spie­len Zeit und Ort eine Rolle?
Das Uni­ver­sum kennt keine Grenzen.

Für eine Welt wäre ich dankbar,
wäre sie gut und dazulernend.

Es ist die Welt der Gat­tung Mensch,
in der Geist und Empa­thie vorangehen.

Ist es eine natio­nale Frage(?) – doch
höchs­tens von völ­kisch Zurückgebliebenen.

Zei­gen wir die­sen, was sie leben lässt.
Lasst sie Ver­nunft und Wis­sen erlangen.

Dann bekom­men auch die Besessenen
ein Zei­chen für Gefühle und Heimat.

Wan­deln wir für eine lebens­werte Heimat
Hass in Respekt und Kriege in Frieden.

Mäch­tige, die Kriege und Ungleich­heit fördern,
legt eure Macht ab und gewinnt eine Heimat.

Tei­len wir dan­kend Res­sour­cen der Welt,
dann ist sie ver­zei­hend Hei­mat für Alle.

Aber teilen und gewinnen können wir nur im Frieden

Ich dachte früher,
jeder Mensch will kei­nen Krieg,
bis ich erkannte,
dass es wel­che gibt, die daran verdienen.
Genauso schlimm ist,
dass es wel­che gibt, die das mittragen.

Es sind nicht nur die Profiteure,
son­dern auch ihre brau­nen Büt­tel mit ihrem Hass.

Liebe Freunde einer fried­li­chen Welt,
Wisst ihr, was der Gre­gor kürz­lich meinte,
als er sagt, die Welt­kriegs­ge­fahr sei aktuell
noch nie so groß, wie seit Ende des 2. Weltkrieges?

Er sprach etwas völ­lig unzwei­deu­tig aus:
Die Gefahr eines glo­ba­len Flächenbrandes,
der wenigs­tens Europa in kur­zer Frist
aus­lö­schen würde, sei heute größer,
als 1961 zum Mau­er­bau in Berlin,
als zur Kuba-Krise im Jahr 1962,
als 1983 im Zuge des Nato-Manö­vers Able Archer,
als in den vie­len Stellvertreterkriegen.

Ich fürchte, Gre­gor weiß, wovon er spricht.

Wor­auf wol­len wir wei­ter warten –
auf die Braune Bande ver­eint mit dem Kapital,
auf Hei­mat­mi­nis­ter ohne Sachkenntnisse?
Wor­auf wol­len wir wei­ter setzen –
auf GroKo, 1. Reihe, RTL-Die­ter ODER auf Action?
Action für Ver­nunft! Nur eine Friedensbewegung
hält den o.g. Lauf wohl noch auf.

Was sprach doch Peter Kruse († 01.06.2015)?
“Die Macht sitzt beim Nachfrager
und nicht beim Anbie­ter! Diese Dynamik
kann sich auch auf Poli­tik auswirken.
Bist du nicht wil­lig, so gebrau­che Geduld.”

Diese Geduld führt nur zu Frie­den über ein Tun,
aber nicht über Feind­bil­der oder ein Aussitzen.
Es bedarf nicht mehr als Geduld, statt Gewalt
sowie Reden, Tei­len, Tole­ranz und Respekt.

Schließlich zu einer Frage von (Kriegs-)Ministern
mit Streichhölzern und Benzinkanistern

Ihre Frage: “Gehört der Islam zu die­sem Land?”

Was für eine geist­lose Frage? Fra­gen wir besser:
Gehört Deutsch­land zu einer Moderne der Zukunft,
in eine Neue Moderne? Will es dazu gehören?

Die mus­li­mi­sche Wis­sen­schaft beeinflusste
fast jeden Zweig der Wis­sen­schaft und
spielte eine ent­schei­dende Rolle beim Aufbruch
Euro­pas ins Zeit­al­ter der Renaissance.

Die ein­füh­rende Frage erle­digt sich allein
durch Arti­kel 4 des Grundgesetzes.
Er ver­bürgt unum­stöß­lich die Freiheit
von Reli­gion, Gewis­sen und Weltanschauung.

Uns sollte Ande­res zu den­ken geben.
Die Geschichte offen­bart uns für immer
die unglaub­lichs­ten Greul­ta­ten aus Menschenhand
her­vor­ge­bracht durch das Land, in dem wir leben.

Schon für Kreuz­fah­rer war Mas­sen­mord Frömmigkeit.
Das Land der Nazis über­traf alles Bisherige.
Wer war hier bar­ba­ri­scher? Ist das meine Land?
NEIN!

Von wegen christ­li­ches Abend­land. Der Islam gehört
wie jede mono­the­is­ti­sche Reli­gion zu Europa.
Die Blü­te­zeit der Wis­sen­schaft und Philosophie –
sie begann vor 1000 Jah­ren im mau­ri­schen Spanien.

Denke ich an Deutsch­land in der Nacht,
bekomme ich ein­zig Trost in der Geschichte.
Die Vor­den­ker Goe­the und Schil­ler symbolisieren
Deutsch­land auch als Land der Dich­ter und Denker.

Die Gegen­wart aber zeigt uns viele Unbelehrbare.
Geschichte scheint sich zu wiederholen,
ent­ge­gen dem Schwur der Überlebenden.
Ver­sa­gende Poli­ti­ker leis­ten Vorschub.

Nein – Deutschland ist nicht mein Land!

UNSER LAND IST DIE ERDE.
Hier auf der Erde wohne ich und will ich sein.
Hier gibt es nur eine Straße für uns alle –
die Straße des Lebens durch Tei­len und Vielfalt.

Ego­zen­tri­sche Deut­sche zer­flei­schen sich derweil.
Was sind Mei­nungs­un­ter­schiede? Nichts Schlimmes,
wenn denn der Mensch als Mensch sich darstellt
und nicht instinkt­ge­lei­tet ist, wie Tiere.

Im Gegen­teil – Mei­nungs­un­ter­schiede sind
Wert­vol­les, wenn man intel­li­gent damit umgeht.
Die Viel­falt – nur sie – ist der Grund
für unsere Wei­ter­ent­wick­lung und Menschlichkeit.

Auch die Viel­falt an Reli­gio­nen in Deutschland
ist nichts Bedroh­li­ches – im Gegenteil.
Wie sprach zu mir ein Scha­mane am Baikal:
“Nur die Viel­falt lässt uns leben.”

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