FASCHISMUS

Begriffe unter Port Woling – FASCHISMUS, der Begriff und das Buch zum Thema – Faschis­mus im Spie­gel der Gegen­wart. Alle Mit­glie­der der Gesell­schaft spü­ren seine Lügen. Alle sehen sei­nen Cha­rak­ter. Alle füh­len, wie er Kri­sen pro­du­ziert. Alle wis­sen, wer gemeint ist, oder? Klar­heit über sein Wesen scheint mehr denn je gebo­ten – ein­ge­denk sei­ner wie­der von Obe­ren voll­zo­ge­nen Anfänge.


> Aktua­li­siert: 27.08.2025

Begriff »Faschismus«

Zur kur­zen Erklä­rung des Begriffs nach­fol­gend Aus­züge aus mei­nem unten genann­tem Buch »Das FASCHIS­MUS-Pro­to­koll«. Zuerst an die­ser Stelle eine essen­ti­elle Defi­ni­tion, die das Wesen des Faschis­mus und den Zusam­men­hang mit öko­no­mi­schen Aspek­ten ver­deut­licht. Ohne diese Ein­schät­zung würde bei einer kur­zen Cha­rak­te­ri­sie­rung des Begriffs Faschis­mus etwas Bedeut­sa­mes feh­len. Sie kann ohne groß­ar­tige Erklä­run­gen wie folgt auf den Punkt gebracht werden.

“Faschis­mus ist in einer äußerst zuge­spitz­ten Kri­sen­si­tua­tion des kol­la­bie­ren­den Kapi­ta­lis­mus eine vom obers­ten Finanz­ka­pi­tal initi­ierte, geför­derte Radi­ka­li­sie­rung eines in den Ansät­zen demo­kra­ti­schen, aber essen­zi­ell repres­si­ven Regimes in Rich­tung eines auto­ri­tä­ren Repres­si­ons­re­gime ohne demo­kra­ti­sche Grenzen.”

Das auto­ri­täre Repres­si­ons­re­gime, das die Reste an Demo­kra­tie einer vor­an­ge­gan­ge­nen Repu­blik abge­baut hat, erscheint als Aus­druck und Macht­in­stru­ment des öko­no­misch herr­schen­den obers­ten Finanz­ka­pi­tals. Faschis­mus ist der Plan zur Ent­le­di­gung von öko­no­mi­schen, gesell­schaft­li­chen und huma­nis­ti­schen Schran­ken.

Genau die vor­ge­nann­ten Merk­male des Kapi­ta­lis­mus in sei­nem höchs­ten Sta­dium erle­ben wir aktu­ell im Reich der Ex-Kolo­ni­al­mächte. Deren Reich­tum war über Jahr­hun­derte maß­geb­lich durch eine unge­zü­gelte Aus­plün­de­rung der rest­li­chen Welt entstanden.

Heute dik­tie­ren mäch­tige Inter­es­sen­kom­plexe die­ser Län­der – bestehend aus dem Groß­ka­pi­tal, den Pri­vat­ei­gen­tü­mern an die Gesell­schaft tra­gen­den Pro­duk­ti­ons­mit­teln und Schlüs­sel­tech­no­lo­gien sowie der pri­vi­le­gier­ten Poli­ti­schen Klasse, ins­be­son­dere im Bereich Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gien, Pharma und Rüs­tung – fern jeg­li­cher demo­kra­ti­scher Regeln poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Ent­schei­dun­gen und Normen.

Die Füh­rer der heu­ti­gen soge­nann­ten demo­kra­ti­schen Par­teien Deutsch­lands, die Mitte-Rechts-Sparte von Pseudo-Links bis beken­nend Rechts, kann man mit Recht «Sozi­al­im­pe­ria­lis­ten» nen­nen (wie es Lenin beschrieb).

„Sozia­lis­ten in Wor­ten, Impe­ria­lis­ten in der Tat“1 – über die oppor­tu­nis­ti­schen Gesell­schaft der Fabier (sozi­al­re­for­me­ri­sche Intellektuelle).

In Wor­ten – im Schein ihres Seins – sind sie dem­ago­gi­sche Demo­kra­ten und Ver­tre­ter einer (un)wertebasierten Ord­nung. Impe­ria­lis­ten sind sie im prak­ti­schen Han­deln. Bei bür­ger­li­chen Öko­no­men ist eine der­ar­tige Nai­vi­tät bezo­gen auf Demo­kra­tie und Werte nicht ver­wun­der­lich. Bei den pri­vi­le­gier­ten Ten­ta­keln des obers­ten Finanz­ka­pi­tals, den Füh­rern der Poli­ti­schen Klasse in den Par­la­men­ten, ist es dage­gen ver­bre­che­ri­scher Vor­satz, Vor­satz beim Hal­ten der Steig­bü­gel des Faschismus.

Das vor­geb­li­che Ideal einer „fried­li­chen Demo­kra­tie“ im Impe­ria­lis­mus, das auch “wagenknecht’sche” und pseudo-linke Ver­tre­ter und Ver­rä­ter ihrer Klasse vor­brin­gen, das öko­no­mi­sche Fak­to­ren und Bedin­gun­gen des Faschis­mus aus­klam­mert, pre­digt ein Mär­chen vom nicht­mo­no­po­lis­ti­schen Kapi­ta­lis­mus und ist tat­säch­lich nur ein refor­mis­ti­scher Betrug.

Die Quan­ti­tät der gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lung erreicht heute einen ent­schei­den­den Punkt. Der west­li­che Kapi­ta­lis­mus stößt in sei­ner beson­de­ren Phase des Impe­ria­lis­mus an seine selbst erzeug­ten Gren­zen einer Schein­de­mo­kra­tie in einem vor­geb­lich wer­te­ba­sier­tem Sys­tem. Das geht ein­her mit einem Auf­be­geh­ren eines Groß­teils der Welt (die ehe­mals kolo­nial unter­drück­ten Län­der, BRICS-Raum, mul­ti­po­lare Welt) gegen die Hege­mo­nie­be­stre­bun­gen des Wes­tens. Werk­tä­tige und sons­tige Benach­tei­ligte im Wes­ten begeh­ren zuneh­mend gegen die gemach­ten Kri­sen auf.

Das bür­ger­li­che Repres­si­ons­re­gime muss und will diese Grenze über­win­den. Es ist ver­sucht, das Sys­tem der Spal­tung der Masse, das bis­her ihre Macht fun­da­men­tal stützte, nach und nach (Sala­mi­tak­tik) durch eine ter­ro­ris­ti­sche Dik­ta­tur (Bezeich­nung nach Dimitroff) zu ersetzen.

Aus die­ser Erkennt­nis resul­tiert meine fol­gende Kurz­be­schrei­bung zum Begriff Faschis­mus, die den öko­no­mi­schen Aspekt und eigent­li­chen Plan beinhaltet:

“Faschis­mus ist das jeder­zeit sys­tem­in­hä­rente sowie letzte, am meis­ten revan­chis­ti­sche, reak­tio­näre, ent­mensch­lichte Mit­tel des Kapi­ta­lis­mus in sei­nem höchs­ten Sta­dium dem Impe­ria­lis­mus, um sich der Schran­ken für unge­zü­gel­tes öko­no­mi­sches Wachs­tum, der ver­meint­lich wer­te­ba­sier­ten Ord­nung, ein für alle Mal zu ent­le­di­gen. Er ist glei­cher­ma­ßen Geschäfts­plan, Herr­schafts­kon­zept, tota­li­täre Ord­nung, gesell­schaft­li­che Erschei­nung und Ideologie.”

Diese (vor­ge­nannte) Defi­ni­tion offen­bart die letzte impe­ria­lis­ti­sche und neue faschis­ti­sche Ord­nung zur Ent­le­di­gung von Schran­ken eines unge­zü­gel­ten Wal­tens, zur Ent­le­di­gung der letz­ten Reste einer demo­kra­ti­schen Ord­nung. Es ist kein demo­kra­ti­scher Post­fa­schis­mus2, der da auf­zieht, son­dern eine anfäng­lich ver­deckte und spä­ter offen aus­ge­bro­chene Dik­ta­tur des Faschis­mus, wie sie in der Geschichte in Europa schon exis­tierte, nun aber in gewan­del­ter, “moder­ni­sier­ter” Form.


Buch »Das FASCHISMUS-Protokoll«

30 Schritte zum Ver­ständ­nis des Faschismus

Sach­buch – in Ankündigung

WER die Faschis­ten sind
WAS Faschis­mus ist
WANN er zu Tage tritt
WO er er ausbricht
WARUM er erstarkt
WIE er erscheint
WOMIT wir ihn über­win­den
 

Ana­lyse und Fak­ten – Geschichte und Erschei­nung im 21. Jahrhundert

Web­site zum Buch

Zur Web­site zum Buch » www.wolle-ing.de/schriften/faschismus. Die­ser Ort dient der Zusatz­in­for­ma­tion und Inter­ak­tion zum Buch (inkl. Bestellinformationen).

Prä­am­bel zum Buch

Der anti­fa­schis­ti­sche Inter­na­tio­na­list Israel Epstein3, ein Freund vom deut­schen Anti­fa­schis­ten Theo­dor Berg­mann4, resü­mierte über die schlimmste geis­tige und gesell­schaft­li­che Skla­ve­rei, den Faschismus:

„Wenn wir heute den Sieg fei­ern, meine ich, eine der Schlüs­sel­auf­ga­ben des neuen Jahr­hun­derts sei, dar­auf zu ach­ten, dass Kräfte des Faschis­mus und des Krie­ges nicht wie­der­keh­ren – und dass die Leh­ren der Geschichte nicht ver­ges­sen oder ver­dreht wer­den. Beschö­ni­gung des Faschis­mus, Leug­nung sei­ner Mis­se­ta­ten und Aggres­si­vi­tät, die in der Ver­gan­gen­heit zu sol­chen Rie­sen­ver­bre­chen führ­ten und die Welt mit Ver­skla­vung bedroh­ten, soll­ten über­all ent­larvt und bekämpft werden …

Der Sieg im anti­fa­schis­ti­schen Krieg ist ein bestän­di­ges Mahn­mal in der Geschichte der Welt­zi­vi­li­sa­tion; denn er bleibt die Grund­lage für Welt­frie­den, öff­nete den Pfad der Ent­ko­lo­ni­sie­rung und för­derte den Fort­schritt der Mensch­heit. Die Geschichte hat gezeigt, dass der Frie­den nicht leicht zu errin­gen war. Nie wie­der sollte die Tra­gö­die eines Welt­krie­ges zuge­las­sen wer­den. Wir müs­sen immer wach­sam sein; die Frie­dens­kräfte stär­ken und alle Fak­to­ren, die zum Krieg füh­ren, eli­mi­nie­ren. Ich hoffe auch, die junge Gene­ra­tion erin­nert sich der Leh­ren der Geschichte, ist sich der Gefah­ren bewusst und setzt die Tra­di­tion des Anti­fa­schis­mus fort.“5

Über­le­ben­den Kämp­fern gegen den Faschis­mus des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts war ein Leben lang bewusst, dass es nicht nur gilt, Losun­gen zu ver­brei­ten, son­dern es dar­auf ankommt, nicht zu ver­ges­sen sowie die Welt im Sinne von Frie­den und Mensch­lich­keit zu gestal­ten. Auch der Schwur der über­le­ben­den Häft­linge des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Buchen­wald lautete:

“Die Ver­nich­tung des Nazis­mus mit sei­nen Wur­zeln ist unsere Losung. Der Auf­bau einer neuen Welt des Frie­dens und der Frei­heit ist unser Ziel. Wir schwö­ren!”6

Der Faschis­mus, er ist wie­der da? Er war im Wes­ten nie weg! Das Wis­sen um das wahre Wesen, Wir­ken und den Ursa­chen des Faschis­mus ist essen­zi­ell zur Erfül­lung die­ses Schwurs und für eine fried­li­che Welt, dem alle Men­schen für immer ver­pflich­tet sind.

Kurz­mit­tei­lung zum Buch

Der Autor, ein Anti­fa­schist und Frie­dens­sol­dat für immer, betrach­tet das Thema Faschis­mus fak­ten­ba­siert (mit über 420 Quel­len und vie­len neuen Aspek­ten) sowie aus der Per­spek­tive eines Betrof­fe­nen der werk­tä­ti­gen Klasse und Unter­drück­ten, die mit den Fol­gen des Faschis­mus so oder so kon­fron­tiert wur­den und wer­den. Das vor­lie­gende Buch ist eine mate­ria­lis­ti­sche Ana­lyse und Pro­to­koll des Wahn­sinns zum Faschis­mus, sei­ner Ideo­lo­gie, Geschichte, sei­nen Aspek­ten, Äuße­run­gen und neuen Erschei­nun­gen in der Gegen­wart – für Jeden abseits des Sys­tem-Main­stream, Selbst­den­kende, poli­tisch Inter­es­sierte, auf­rechte Gewerk­schaf­ter, Mit­glie­der freier, pro­gres­si­ver Bewegungen.

Faschis­mus, ein schwam­mi­ger Begriff? Ein Phä­no­men? Zudem wird mit dem Begriff Pole­mik und Geschichts­fäl­schung betrie­ben. Er wird ohne Qua­li­täts­kon­trolle von den ver­schie­dens­ten Sei­ten benutzt. Alle spü­ren seine Lügen. Alle sehen sei­nen Cha­rak­ter. Alle füh­len, wie er Kri­sen pro­du­ziert. Alle wis­sen, wer pro­fi­tiert und gemeint ist, oder? Auf­klä­rung scheint not­wen­dig. Der reale Faschis­mus, der nicht so hei­ßen will und doch einer ist, im Spie­gel der Gegen­wart, u. a. im Black-Rock-Deutsch­land. Klar­heit über sein Wesen scheint mehr denn je geboten.

Das Buch – ein auf­klä­re­ri­sches Mate­rial und Nach­schla­ge­werk – ist allen huma­nis­tisch gesinn­ten, fried­lie­ben­den Men­schen und Akti­vis­ten gewid­met. Im Beson­de­ren wen­det es sich an die Jugend, die Zukunft die­ser Welt. Sie soll sich ohne Faschis­mus in einer fried­li­chen Welt ent­fal­ten – immer im Wis­sen um die Opfer, die ihre Vor­fah­ren im Kampf gegen den Faschis­mus erbrach­ten, immer mit Blick für die Anfänge des­sen, was das Schlimmste Grauen in der Mensch­heits­ge­schichte hervorbrachte.

Der Schwur der über­le­ben­den Häft­linge des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Buchen­wald galt der Ver­nich­tung des Nazis­mus mit allen Wur­zeln und einer fried­li­chen Welt. Das Wis­sen um Wesen und Wir­ken des Faschis­mus ist essen­zi­ell zur Erfül­lung die­ses Schwurs, dem alle Men­schen für immer ver­pflich­tet sind.

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Anmerkungen/Fußnoten:

  1. Quelle: Marxists.org, Mar­xis­ten, Lenin, Wla­di­mir Iljitsch Lenin, Der Impe­ria­lis­mus als höchs­tes Sta­dium des Kapi­ta­lis­mus, Gemein­ver­ständ­li­cher Abriß (1917), geschrie­ben Januar-Juni 1916; Kapi­tel IX. Kri­tik des Impe­ria­lis­mus, aus Wla­di­mir Iljitsch Lenin, Werke, Bd.22, Berlin/DDR 1960, S.191-309; https://www.marxists.org/deutsch/archiv/lenin/1917/imp/kapitel9.htm, 21.04.2025
  2. Begriffs­er­klä­rung Post­fa­schis­mus: nach Feder­ico Fin­chel­stein (argen­ti­ni­scher His­to­ri­ker) ist der Post­fa­schis­mus der Gegen­wart eine Ideo­lo­gie und poli­ti­sche Strö­mung, die ihre Wur­zeln im klas­si­schen Faschis­mus sieht, aber auf eine exis­tie­rende demo­kra­ti­sche Ord­nung setzt; siehe im Buch Kapi­tel 17. „Long­ter­mis­mus und Post­fa­schis­mus“, letz­ter Unter­ab­schnitt „Post­fa­schis­mus und Populismus“
  3. Zur Per­son Israel Epstein: † 2005, jüdisch-pol­nisch, spä­ter chi­ne­si­scher Jour­na­list und Autor, anti­fa­schis­ti­scher Inter­na­tio­na­list, Mit­glied der KP Chi­nas, auf dem Hel­den- und Revo­lu­ti­ons­fried­hof Bab­a­os­han in Peking begra­ben; siehe auch: China Heute, Bio­gra­phie von Israel Epstein und Soong Ching-ling – Die Geschichte einer gro­ßen Freund­schaft, https://german.chinatoday.com.cn/hebing/bildung_kultur_und_reisen/201802/t20180205_800116342.html, 15.06.2025
  4. Zur Per­son Theo­dor Berg­mann: † 2017, Sohn eines Ber­li­ner Rab­bi­ners, Pro­fes­sor für Agrar­wis­sen­schaft in Stutt­gart, Kom­mu­nist; siehe auch: TAZ, Archiv-Arti­kel vom 05.03.2016, Kapi­ta­lis­mus – nicht das letzte Wort, https://taz.de/!5280787/, 15.06.2025
  5. Quelle: Autor Israel Epstein, Buch „Inter­na­tio­na­lis­ten an den anti­fa­schis­ti­schen Fron­ten“, 2009, VSA Ver­lag; https://www.vsa-verlag.de/detail/artikel/internationalisten-an-den-antifaschistischen-fronten/, 15.06.2025
  6. Begriffs­er­klä­rung Schwur von Buchen­wald: Am 11.04.1945 war die Selbst­be­frei­ung der Häft­linge des KZ Buchen­wald – die Über­le­ben­den leis­te­ten für die Welt den Schwur von Buchen­wald; siehe Schwur im Buch Kapi­tel 22 „Miss­ach­tung Leh­ren der Geschichte“, Unter­ab­schnitt „Der unge­hörte Schwur von Buchen­wald“, siehe der voll­stän­dige Schwur unter VVN-BdA, https://berlin.vvn-bda.de/der-schwur-von-buchenwald/, 23.05.2025

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