Faschismus

Begriff Port Woling - Faschismus, der Begriff scheint schwammig. Aktuell wird der anhängende Begriff Antifaschismus (als Haltung und Bewegung) zur Diffamierung und Ausgrenzung von das System anprangernden, humanistischen Kräften pauschal zweckentfremdet. Klarheit in der Betrachtung von Faschismus scheint angebracht. Dazu hier 13 Aspekte zum Thema.


Betrachtung zum Begriff »Faschismus«

(Text überarbeitet 25.09.2022)

Inhalt

    1. Was ist Faschismus
    2. Das Pro­blem
    3. Defi­ni­ti­on von Geor­gi Dimitroff
    4. Defi­ni­ti­on von Sus­an Bonath
    5. Wei­te­re Defi­ni­tio­nen von Britt und Eco
    6. Ein­schät­zung zur Entwicklung
    7. Faschis­mus in der Gegenwart
    8. Ent­ta­bui­sie­rung
    9. Aus­gren­zung mit System
    10. Schluss­fol­ge­run­gen
    11. Was gilt es zu tun?
    12. Damit es nicht in Ver­ges­sen­heit gerät
    13. Links zum Thema

1. Was ist Faschismus

Ja - es gibt eini­ge Faschis­mus-Defi­ni­tio­nen. Dik­ta­to­ri­sche, faschis­ti­sche Regime wur­den u.a. in den 30ger Jah­ren in Spa­ni­en, Por­tu­gal, Rumä­ni­en, Kroa­ti­en und ande­ren Staa­ten errich­tet. Die radi­kals­te Form des Faschis­mus war damals der deut­sche Nazis­mus. Trotz­dem ist Klar­heit zum Begriff bedeut­sam. Nie­mand kann man es übel neh­men, wenn er in aktu­el­len Dis­kus­sio­nen zur gesell­schaft­li­chen Situa­ti­on den Begriff nicht leicht­fer­tig ver­wen­den möchte.

Offen­sicht­lich ist aber im deut­schen Faschis­mus eine finanz-öko­no­mi­sche Zusam­men­ar­beit mit dem Groß­ka­pi­tal (im deut­schen Faschis­mus in der Zeit zwi­schen 1933 bis 1945 mit anglo-ame­ri­ka­ni­schen, deut­schen und nazis­ti­schen Geschäf­te­ma­chern der Hoch­fi­nanz) als grund­le­gen­der Fak­tor, der zum Zwei­ten Welt­krieg führ­te, der die Mensch­heit bei­spiel­lo­se mensch­li­che Opfer kostete.

Mit Blick auf nach­fol­gen­de Defi­ni­tio­nen, wird der Begriff und sei­ne Aktua­li­tät schnell klar und eine Hil­fe zur Ein­schät­zung dar­über, was »Faschis­mus« ist. Es gilt, eben nicht auf einer von Think-Tanks der öko­no­misch Mäch­tigs­ten imple­men­tier­ten Wel­le mit zu schwim­men, die Jene aus­grenzt, die im Sin­ne einer fried­li­chen und huma­nis­ti­schen Gesell­schaft eine offe­ne und auf­rich­ti­ge Spra­che spre­chen, wie Dimitroff.

Wor­an aber erkennt man, dass Faschis­mus im Sei­den­an­zug oder sons­ti­ger Uni­form daher­kommt? Wie erkennt man, dass er bereits da ist?

Faschis­mus wur­de zu einem All­zweck­be­griff, weil man aus faschis­ti­schen Regi­men Merk­ma­le eli­mi­nie­ren kann und es trotz­dem noch als faschis­tisch erkenn­bar sein wird.“ schrieb Umber­to Eco 1995. „Neh­men Sie den Impe­ria­lis­mus vom Faschis­mus und Sie haben noch Fran­co und Sala­zar. Neh­men Sie den Kolo­ni­als­mus weg und sie haben noch den Bal­kan­fa­schis­mus der Usta­scha. Fügen Sie dem ita­lie­ni­schen Faschis­mus einen radi­ka­len Anti­ka­pi­ta­lis­mus hin­zu, (der Mus­so­li­ni nie fas­zi­niert hat) und Sie haben Ezra Pound. Addie­ren Sie einen Kult der kel­ti­schen Mytho­lo­gie und die Gral-Mys­tik (völ­lig fremd dem offi­zi­el­len Faschis­mus) und Sie haben einen der ange­se­hens­ten faschis­ti­schen Gurus, Juli­us Evola.“

2. Das Problem

In der Gegen­wart zeigt sich fol­gen­de Situa­ti­on. Der Begriff »Faschis­mus« wird nicht von fort­schritt­li­chen, huma­nis­ti­schen und auf­rich­ti­gen Kräf­ten miss­braucht. Er wird aber von den Geg­nern der das Sys­tem anpran­gern­den, fort­schritt­li­chen, huma­nis­ti­schen Kräf­te zu deren Dif­fa­mie­rung und Aus­gren­zung zuneh­mend dem­ago­gisch zweck­ent­frem­det. Ich rede hier von Part­or­gs der Sys­tem­par­tei­en sowie Sys­tem-Kol­la­bo­ra­teu­ren, z.B. der gesteu­er­ten Atlan­ti­fa. Genau die­ser Fakt gebie­tet es, sich den Begriff »Faschis­mus« so prak­ti­ka­bel wie mög­lich zu vergegenwärtigen.

3. Definition von Georgi Dimitroff

Ich begin­ne mit Geor­gi Dimitroff († 02.07.1949, bul­ga­ri­scher Kom­mu­nist, 1935 bis 1943 Gene­ral­se­kre­tär der Kom­in­tern in Mos­kau), einem am meis­ten Respekt ver­die­nen­de Per­sön­lich­kei­ten der Geschich­te des Anti­fa­schis­mus. Er bot im Jahr 1933 nach dem Reichs­tags­brand den regie­ren­den Nazis offen und das dama­li­ge Sys­tem ent­lar­vend die Stirn. Der Pro­zess ende­te für die Nazis mit einer Nie­der­la­ge. Dimitroff for­mu­lier­te in sei­nem Schluss­wort zum Pro­zess Fol­gen­des (Quel­le: Geor­gi Dimitroff, Aus­ge­wähl­te Wer­ke in 2 Bän­den. Ver­lag Mar­xis­ti­sche Blät­ter, Frankfurt/Main 1972, Band 1, S. 70.):

Ich gebe zu, mei­ne Spra­che ist scharf und hart. Mein Kampf und mein Leben waren auch immer scharf und hart. Die­se Spra­che ist aber eine offe­ne und auf­rich­ti­ge Spra­che. Ich pfle­ge die Din­ge beim rech­ten Namen zu nen­nen. Ich bin kein Rechts­an­walt, der hier sei­nen Man­dan­ten pflicht­ge­mäß ver­tei­digt. Ich ver­tei­di­ge mei­ne eige­ne Per­son als ange­klag­ter Kom­mu­nist. Ich ver­tei­di­ge mei­ne eige­ne kom­mu­nis­ti­sche, revo­lu­tio­nä­re Ehre. Ich ver­tei­di­ge mei­ne Ideen, mei­ne kom­mu­nis­ti­sche Gesin­nung. Ich ver­tei­di­ge den Sinn und den Inhalt mei­nes Lebens ….“

Wenn wir fol­gen­de Defi­ni­ti­on von Geor­gi Dimitroff (1882-1949) neh­men - und wir müs­sen sie nach Lage der Din­ge neh­men -, dann zeigt sich im Schluss ohne Zwei­fel, mit wem wir es bei den Machern des Gre­at Reset (dem Gesichts des World Eco­no­mic Forums, dem obers­ten Finanz­ka­pi­tal, deren gewalt­sa­mer Umsturz von Oben mit dem Ziel der Neu­auf­tei­lung der Welt durch maxi­ma­le Kon­zen­tra­ti­on des Kapi­tals ein­her­geht) und ihren poli­tisch Aus­füh­ren­den (ihren Lakai­en in den Par­la­men­ten) in einer Situa­ti­on des kol­la­bie­ren­den Kapi­ta­lis­mus (Impe­ria­lis­mus) zu tun haben.

Faschis­mus an der Macht ist die offe­ne, ter­ro­ris­ti­sche Dik­ta­tur der reak­tio­närs­ten, chau­vi­nis­tischs­ten, am meis­ten impe­ria­lis­ti­schen Ele­men­te des Finanz­ka­pi­tals” (Quel­le: in der Lite­ra­tur die soge­nann­te »Dimitroff-For­mel« aus den Reden des bul­ga­ri­schen KI-Gene­ral­se­kre­tärs Geor­gi Dimitroff (1882-1949) auf dem VII. Welt­kon­gress der Kom­in­tern 1935).

4. Definition von Susan Bonath

Im Fol­gen­den eine wei­ter, enorm wich­ti­ge, wei­te­re Faschis­mus-Defi­ni­ti­on von Sus­an Bonath (freie Journalistin):

Faschis­mus ist eine kri­sen­be­dingt von Tei­len des Kapi­tals betrie­be­ne und finan­zier­te Radi­ka­li­sie­rung des bür­ger­lich-demo­kra­ti­schen Repres­si­ons­re­gimes in Rich­tung eines auto­ri­tä­ren bür­ger­li­chen Repres­si­ons­re­gimes, nicht mehr, nicht weniger.”

2021-04-28 - Flugblatt - Autor Woling

Die der Zeit vor 90 Jah­ren fol­gen­den unglaub­lichs­ten Ver­bre­chen des Faschis­mus (oder auch in ande­ren faschis­ti­schen Dik­ta­tu­ren der Fol­ge­zeit) in Ver­bin­dung mit die­sen Defi­ni­tio­nen von Geor­gi Dimitroff und Sus­an Bonath - einer essen­zi­el­len Zuord­nung die­ser Erschei­nung mit öko­no­mi­schen Ursa­chen und Wur­zeln - soll­ten kei­nen Zwei­fel über Wie­der­ho­lungs­tä­ter in der Poli­ti­schen Klas­se im Deutsch­land der Gegen­wart offen las­sen. Nazis­mus ist schon immer und in der Gegen­wart umso mehr ein orga­ni­sa­to­ri­scher Teil des zuneh­mend aggres­si­ven Imperialismus.

5. Weitere Definitionen von Britt und Eco

Und schließ­lich gibt es Erklä­run­gen zum The­ma Faschis­mus wei­te­re Defi­ni­ti­on, die sicher dis­kus­si­ons­wür­dig sind, im Grun­de aber das Wesen des Faschis­mus wider­spie­geln. Allein die öko­no­mi­schen Wur­zeln des Faschis­mus kom­men in die­sen Defi­ni­tio­nen zu kurz.

So ist es u.a. eine Defi­ni­tio­nen von Dr. Law­rence Britt, einem Poli­tik­wis­sen­schaft­ler, in sei­nem Arti­kel über Faschis­mus (“Fascism Anyo­ne?”, Law­rence Britt, in Free Inqui­ry, Aus­ga­be Früh­jahr 2003, Sei­te 20). Britt unter­such­te die faschis­ti­schen Regime Hit­lers (Deutsch­land), Mus­so­li­nis (Ita­li­en), Fran­cos (Spa­ni­en), Suhar­tos (Indo­ne­si­en) und Pino­chets (Chi­le) sowie wei­te­rer latein­ame­ri­ka­ni­scher Län­der. Die von ihm benann­ten Iden­ti­fi­ka­ti­ons­merk­ma­le des Faschis­mus lauten:

  1. Star­ker und anhal­ten­der Nationalismus,
  2. Miss­ach­tung der Menschenrechte,
  3. Gemein­sa­mes Feind­bild wird geschaffen,
  4. Mili­tär­re­gie­rung,
  5. Sexis­mus,
  6. Kon­trol­lier­te Massenmedien,
  7. Fokus­sie­rung auf Natio­na­le Sicherheit,
  8. Ver­knüp­fung von Staat und Religion,
  9. Unter­neh­mens­lei­tung wird beschützt,
  10. Unter­drü­ckung der Arbeitskräfte,
  11. Miss­ach­tung von Intel­lek­tu­el­len und Geisteswissenschaften,
  12. Fokus­sie­rung auf Kri­mi­na­li­tät und här­te­re Haftstrafen,
  13. Kor­rup­ti­on und Vetternwirtschaft,
  14. Mani­pu­lier­te Wahlen.

Eine wei­te­re Defi­ni­tio­nen ist die von Umber­to Eco (Pro­fes­sor für Semio­tik an der Uni­ver­si­tät von Bolo­gna 1975 bis 2007). Eco arbei­te­te 14 Merk­ma­le des Ur-Faschis­mus her­aus, die sich m.E. an o.g. Merk­ma­le von Britt anleh­nen. In sei­nem Buch “Der ewi­ge Faschis­mus” (Carl Han­ser Ver­lag, 2020) beschreibt er einen Ur-Faschis­mus, d.h. die Gesamt­heit jener Hand­lun­gen, Ver­hal­tens­wei­sen, Hal­tun­gen und Instink­te. die zwar die Dyna­mik des Faschis­mus im frü­hen 20. Jahr­hun­dert aus­mach­ten, aber sei­ne his­to­ri­sche Aus­prä­gung über­lebt haben und heu­te leben­di­ger sind als jemals zuvor. Ein Pla­kat die­ser Merk­ma­le wur­de 2017 im Holo­caust-Muse­um in der US-Haupt­stadt Washing­ton veröffentlicht.

  1. Kult der Überlieferung,
  2. Ableh­nung der Moder­ne, ins­be­son­de­re von Auf­klä­rung und Vernunft,
  3. Kul­tur, die Kri­tik för­dert, ist verpönt,
  4. Kri­tik und Dis­sens ist Verrat,
  5. For­cie­rung von Angst vor dem Andersartigen,
  6. Gesell­schaft­li­che und indi­vi­du­el­le Frus­tra­ti­on als Nähr­bo­den für Faschismus,
  7. Der Ver­lust der gesell­schaft­li­chen Iden­ti­tät för­dert Nationalismus,
  8. Pola­ri­sie­rung auf besieg­ba­re Feinde,
  9. Der Ur-Faschis­mus beför­dert den Geist eines Lebens für den Kampf,
  10. Eli­te­den­ken als wich­ti­ges Ele­ment einer reak­tio­nä­ren Ideologie,
  11. Hel­den­tum als Perspektive.
  12. Sexua­li­tät ist von Macht geprägt,
  13. Selek­ti­ver oder qua­li­ta­ti­ver Popu­lis­mus, mit Iden­ti­fi­ka­ti­on über eine Füh­rer­fi­gur, an die die Bür­ger ihre Rech­te abge­tre­ten haben,
  14. Spra­che, die ein ver­arm­tes, spe­zi­fi­sches Voka­bu­lar zur Aus­schal­tung von kom­ple­xem und kri­ti­schem Denken.

Ecos Defi­ni­ti­on geht letzt­lich den Ursa­chen des Faschis­mus nicht auf den Grund. Sie erscheint uns schwam­mig, weil sie den kapi­ta­lis­ti­schen Anteil mar­gi­na­li­siert und sich in Belie­big­kei­ten ver­liert. Der Bezug zum Kapi­ta­lis­mus - zum Pri­vat­ei­gen­tum an Pro­duk­ti­ons­mit­teln aber ist der Kern des Faschis­mus. Ohne dies zu benen­nen, bleibt ein Ver­such der Erklä­rung des Faschis­mus unver­ständ­lich. Inso­fern führt an Dimitroff’s Defi­ni­ti­on, wonach es sich um die offe­ne Dik­ta­tur der aggres­sivs­ten Krei­se des Finanz­ka­pi­tals han­delt, kein Weg vorbei.

6. Einschätzung zur Entwicklung

Wie kam es zur Ent­wick­lung des Faschis­mus, ins­be­son­de­re des deut­schen? Ursprüng­lich auf­klä­re­risch-huma­nis­ti­sche Anlie­gen des Bür­ger­tums (im Kapi­ta­lis­mus) wan­del­ten sich in der kol­la­bie­ren­den und aggres­sivs­ten Pha­se des Kapi­ta­lis­mus (Ver­sail­ler Ver­trag, Welt­wirt­schafts­kri­se) im Lau­fe der Zeit fast unbe­merkt zur »Bana­li­tät des Bösen« (nach Han­nah Arendt). Auch die­se Ent­wick­lung beob­ach­ten wir in der Gegen­wart - im Klei­nen (Denun­zi­an­ten­tum, Ver­hal­ten gro­ßer Tei­le der durch die media­le Gewalt mani­pu­lier­ten, pas­si­ven Mas­se) wie im Gro­ßen (Medi­en­gleich­schal­tung, Aspek­ten der Eutha­na­sie, zuneh­men­der Bruch von frie­den­si­chern­den Grund­la­gen des glo­ba­len Sta­tus quo bis hin zu Grund­ge­setz-Brü­chen durch unge­hin­der­te, nicht legi­ti­mier­te, dik­ta­to­ri­sche Gesetzgebungen).

Die recht­li­chen und poli­ti­schen Ein­schät­zun­gen zum deut­schen Faschis­mus traf das Nürn­ber­ger Tri­bu­nal (20. 11.1945 ubis 14. 04.1949) im Nürn­ber­ger Pro­zess gegen die Haupt­kriegs­ver­bre­cher. Die poli­tisch-mora­li­schen Grund­la­gen der Defi­ni­ti­on von Dimitroff Defi­ni­ti­on mün­de­ten im Nürn­ber­ger Kriegs­ver­bre­cher­pro­zess nicht nur in der Bestra­fung von Poli­ti­kern, Mili­tärs und NS-Funk­tio­nä­ren, son­dern auch von maß­geb­lich betei­lig­ten, obers­ten Ver­tre­tern der Groß­ban­ken und Indus­trie. Das Nürn­ber­ger Tri­bu­nal ver­ur­teil­te Kriegs­ver­bre­cher und Kriegs­pro­fi­teu­re glei­cher­ma­ßen - Jene, die die Welt­herr­schaft anstrebten.

Der dama­li­ge Faschis­mus war das gräss­lichs­te Ergeb­nis der Ent­wick­lung der öko­no­mi­schen Grund­la­gen des Finanz­ka­pi­tals, wie es Marx in sei­nem Werk [Das Kapi­tal] wis­sen­schaft­lich ana­ly­sier­te und begrün­de­te. Vor der glei­chen gesetz­mä­ßi­gen Situa­ti­on ste­hen wir in der Gegenwart.

In zurück­lie­gen­den offe­nen Faschis­mus-Dik­ta­tu­ren haben vie­le Men­schen die­se ein­fa­che Wahr­heit sehr wohl erkannt - ohne Klas­si­ker zu stu­die­ren - UND danach gehan­delt, z.B. im anti­fa­schis­ti­schen Wider­stand, u.a. der Résis­tance in Frank­reich oder der Par­ti­sa­nen­ar­mee in Jugo­sla­wi­en. Für sie war ganz ein­fach das Sys­tem kor­rupt und unmensch­lich oder der Zusam­men­hang von Kapi­ta­lis­mus, → Mili­ta­ris­mus und Faschis­mus offensichtlich.

7. Faschismus in der Gegenwart

Das heu­ti­ge gesell­schafts-poli­ti­sche Kli­ma erin­nert an o.g. Defi­ni­tio­nen. Genau das pas­siert offen­sicht­lich gera­de in der Gegen­wart hier­zu­lan­de wie­der. Und - dann müs­sen wir es beim Namen nen­nen. Die Lage der Din­ge erfor­dert es, dass die­ses Benen­nen hart und scharf pas­siert, ganz nach Dimitroff.

2021-04-10 - Flugblatt - Autor WolingDie­ser Ent­wick­lung spiel­te natür­lich auch eine all­ge­mei­ne, unfä­hi­ge, leb­lo­se, scha­blo­nen­haf­te Bewe­gung der Lin­ke zu. Es ist auch fest­zu­stel­len - der Faschis­mus neu­en Typus der Gegen­wart und jüngs­ten Ver­gan­gen­heit wird gegen­über dem alten, klas­si­schen Faschis­mus (z. B. vor Jahr­zehn­ten in Deutsch­land, Ita­li­en, Chi­le, etc.) nicht von einer ver­blen­de­ten Mas­sen­be­we­gung, son­dern einer impli­zier­ten Angst­be­we­gung getragen.

Ver­ant­wort­lich und För­de­rer des neu­en Faschis­mus ist die → Poli­ti­schen Klas­se, weil sie das kol­la­bie­ren­de Sys­tem nicht ver­än­dern will, es aber bei kapi­ta­ler Betei­li­gung kon­se­quent för­dert. Der Schwur von Buchen­wald bleibt von ihnen de fac­to ungehört.

Ein­zel­ne Län­der des Wes­tens - dem Ver­bund der ehe­ma­li­gen Kolo­ni­al­staa­ten unter Hege­mo­nie der US-Admi­nis­tra­ti­on - igno­rie­ren und revi­die­ren heu­te zuneh­mend die­se Ergeb­nis­se (u.a. Ten­den­zen zum Tota­li­ta­ris­mus, regel­mä­ßi­ge Auf­mär­sche zur Ehrung von von SS-Legio­nä­ren bzw. -Kol­la­bo­ra­teu­ren, etc.). Ja - selbst der Nürn­ber­ger Kodex (Ergeb­nis des Nürn­ber­ger Ärz­te­pro­zes­ses 1946/1947) zur Umset­zung medi­zi­nethi­scher Grund­sät­ze fin­det de fac­to zuneh­mend Miss­ach­tung (u.a. äußerst pro­fi­ta­ble Maß­nah­men zur Coro­na-Pan­de­mie, geäch­te­te Bio­waf­fen­la­bo­re der USA in vie­len Tei­len der Welt).

Und das soll es nach dem Wil­len der Herr­schen­den im „Nicht­wer­te­wes­ten“ nicht gewe­sen sein. Ohne Ver­schwö­rungs­theo­rien zu beför­dern - es bestehen für neue medi­zi­ni­schen Expe­ri­men­ten am Men­schen de facto
  1. Über­le­gun­gen, daß sich die Men­schen alle 3 Mona­te eine mRNA-Injek­ti­on geben las­sen sol­len, um am gesell­schaft­li­chen Leben teil­ha­ben zu dürfen,
  2. For­schun­gen“ mit dem Ziel der Über­tra­gung der Injek­tio­nen von Mensch zu Mensch,
  3. Bestre­bun­gen zur DNA-Aus­beu­tung und -Überwachung,
  4. Pla­nun­gen zur Implan­ta­ti­on von elek­tro­ni­schen Chips in den Men­schen zum Zwe­cke der tota­len Über­wa­chung, ja sogar Steuerung.

Es ist zutiefst zwei­fel­haft, dass die­se Plä­ne medi­zi­ni­sche Zwe­cke ver­fol­gen. Das stra­te­gi­sche Ziel scheint eine Kon­di­tio­nie­rung und tota­le Kon­trol­le der Gat­tung Homo sapi­ens. Es geschieht außer­halb jeg­li­cher huma­nis­ti­scher Grund­ge­dan­ken und demo­kra­ti­scher Regeln sowie inner­halb einer per­fi­den Zeit der gigan­ti­schen Kon­zen­tra­ti­on des obers­ten Finanz­ka­pi­tals in den Hän­den ganz Weniger.

Das unge­heu­er­li­che Vor­ge­hen - das durch eine gekauf­te und gebrief­te Poli­ti­sche Klas­se gestützt wird - gleicht einem stra­te­gisch gesteu­er­ten Geno­zid. Ein unum­kehr­ba­rer Tota­li­ta­ris­mus ist das Ziel. Der neue Faschis­mus in einer Zeit des kol­la­bie­ren­den Impe­ria­lis­mus und frei­en Falls des US-Hege­mons folgt erneut einem äußerst lukra­ti­ven Geschäfts­mo­dell - womit wir wie­der bei den öko­no­mi­schen Ursa­chen sind.

8. Enttabuisierung

Eine Ent­ta­bui­sie­rung des Revan­chis­mus, Mili­ta­ris­mus und Faschis­mus ist staat­lich for­ciert in vol­lem Gan­ge - zumin­dest schon soweit, das Regie­ren­de im Reichs­tag und den Lan­des­par­la­men­ten sich mit den Werk­zeu­gen des Faschis­mus und der Kriegs­füh­rung von deut­schem Boden aus iden­ti­fi­zie­ren - ja, sie berei­ten den Boden für die offe­ne, faschis­ti­sche Dik­ta­tur und einen neu­en Weltkrieg.

Ihr gele­gent­li­cher Nie-Wie­der-Ruf ist das ver­lo­ge­ne Zeug­nis mensch­li­cher Ver­kom­men­heit, das nur der Ver­schleie­rung ihres Wir­kens ein­zig für den US-Hege­mon und das obers­te Finanz­ka­pi­tal, aber nicht der mensch­li­chen Gesell­schaft dient.

Der Faschis­mus war nie über­wun­den - in neu­er Uni­form bringt er sich mehr denn je in Erin­ne­rung und ver­ein­nahmt durch alt­be­kann­te Feind­bil­der erneut das Volk.

Man kann sagen, der Faschis­mus der alten Kunst zu lügen gewis­ser­ma­ßen eine neue Vari­an­te hin­zu­ge­fügt hat – die teuf­lischs­te Vari­an­te, die man sich den­ken kann – das Wahr­lü­gen“ (Quel­le: Han­nah Arendt, jüdi­sche deutsch-US-ame­ri­ka­ni­sche poli­ti­sche Theo­re­ti­ke­rin und Publi­zis­tin, Beob­ach­te­rin an den Nürn­ber­ger Pro­zes­sen, †1975).

Und schließ­lich gip­felt die Inkar­na­ti­on des Bösen in den abstru­sen, dunk­len Eigen­schaf­ten ein­zel­ner Reprä­sen­tan­ten - Reprä­sen­tan­ten in der Regie­rung und den Lan­des­par­la­men­ten des neu­en Faschis­mus oliv­grü­ner, pseu­do­li­be­ra­ler, schein­christ­li­cher und lob­by­kra­ti­scher Prä­gung. Sie drän­gen sich dem ver­meint­li­chen Sou­ve­rän mit Macht auf - ob er sie gewählt hat oder nicht. Es scheint, sie sei­en der Hass in Per­son. Ein welt­weit für Ver­wir­rung sor­gen­des Bei­spiel lie­fert im Jahr 2022 die deut­sche Außen­mi­nis­te­rin. Es bleibt nicht aus der nach­fol­gen­der Gedan­ke - für all Jene, die spä­ter von Nichts gewusst haben:

Die­se Reprä­sen­tan­ten und Ver­tre­ter der deut­schen Regie­rung - sie sind in ihren Gedan­ken und ihrem Han­deln in tiefs­ter Wei­se hass­erfüllt, aus­gren­zend, dem­ago­gisch, reak­tio­när, chau­vi­nis­tisch, geschichts­ver­ges­sen, mili­ta­ris­tisch, vom obers­ten Finanz­ka­pi­tal gebrieft, aus­gren­zend, men­schen­feind­lich, gleich­zei­tig anti­li­be­ral und anti­mar­xis­tisch, eli­tär-mili­tant, inhalts­leer, per­vers auf den Nie­der­gang fokus­siert, den Stra­ßen­ter­ror för­dernd, vol­un­ta­ris­tisch den Ver­stand aus­schal­tend - ja sie erfül­len alle Merk­ma­le eines Reprä­sen­tan­ten des Faschismus.

Auch hier zeigt sich: Die­se Reprä­sen­tan­ten, die sich sonst so pla­ka­tiv und heuch­le­risch das “gegen Rechts” auf die Fah­nen und Pro­fil­bil­der sozia­ler Netz­wer­ke schrei­ben, igno­rie­ren, dass Anti­fa­schis­mus viel frü­her beginnt, näm­lich beim Erken­nen des men­schen­feind­li­chen Wesens eines staats­mo­no­po­lis­ti­schen Kapi­ta­lis­mus und Imperialismus.

9. Ausgrenzung mit System

Faschis­mus lässt sich nur bekämp­fen, wenn der Zusam­men­hang von Faschis­mus und staats­mo­no­po­li­ti­schen Kapi­ta­lis­mus erkannt und berück­sich­tigt wird. Alle ande­ren Äuße­run­gen, den Faschis­mus inner­halb des kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tems über­win­den zu wol­len, sind nur halt­lo­se Bekun­dun­gen. Sol­che Äuße­run­gen kom­men ein­zig von den Steig­bü­gel­hal­tern des Faschismus.

Es gilt - Faschis­mus ist im staats­mo­no­po­lis­ti­schen Kapi­ta­lis­mus und Impe­ria­lis­mus eine sys­temin­hä­ren­te Erschei­nung - also gesetz­mä­ßig eine Fol­ge des Wir­kens der öko­no­misch Mäch­ti­gen und pri­vi­le­gier­ten poli­ti­schen Macher (ent­ge­gen deren ver­lo­ge­nen Bekundungen).

Und wenn wir von einer sys­temin­hä­ren­ten Erschei­nung spre­chen müs­sen, ist auch ein wei­te­re, grund­sätz­li­che Äuße­rung des Faschis­mus zu erwäh­nen - der Pra­xis der sys­te­ma­ti­schen Aus­gren­zung. Eine Klas­sen­ge­sell­schaft ist immer die Herr­schaft einer Min­der­heit über eine Mehr­heit. Damit aber die­se Min­der­heit herr­schen kann, selek­tiert sie sich Grup­pen, die sie gegen­ein­an­der aus­spielt (Feind­bil­der). Die­se Aus­gren­zung mit Sys­tem (Gesell­schafts­sys­tem) ist ele­men­tar für das Über­le­ben der Min­der­heit, für das Beherr­schen und Tyran­ni­sie­ren der gro­ßen Mas­se ist - so u.a. durch Beför­de­rung von Into­le­ranz, Ungleich­hei­ten, Ras­sis­mus, Sozi­al­dar­wi­nis­mus, Eutha­na­sie, Hygie­ne­dik­ta­tur oder sons­ti­ge Aus­gren­zung - also von Wesens­merk­ma­len des Faschismus.

Aus­gren­zung mit Sys­tem ist ihr Über­le­bens- und Herrschaftsprinzip.

Was am Ende abgeht, ist ein her­bei­ge­führ­ter bei­spiel­lo­ser Mas­sen­kol­laps, der selbst am Hori­zont den Anschein einer mensch­li­chen Gesell­schaft unter­ge­hen lässt.

10. Schlussfolgerungen

Mün­den wird das Gan­ze im glo­ba­len Krieg, denn der Krieg - auch der psy­cho­lo­gi­sche gegen die eige­nen Bevöl­ke­rung - gegen die geschaf­fe­nen äuße­ren Fein­de ist ein­zig das, was im kol­la­bie­ren­den Kapi­ta­lis­mus den Struk­tu­ren von Inter­es­sen­kom­ple­xen (wie dem Phar­ma­kom­plex oder dem Mili­tä­risch-Indus­tri­el­len-Kom­plex) sowie des Mili­ta­ris­mus den von Marx ana­ly­sier­ten Maxi­mal­pro­fit garantiert.

Die Kern­fra­ge unse­rer Zeit - wie ist die­se Ent­wick­lung aufzuhalten?

Die Ent­na­zi­fi­zie­rung Deutsch­lands ist nicht gelun­gen. Natio­na­lis­ti­sches Gedan­ken­gut greift in den Län­dern des Wes­tens und ihren Insti­tu­tio­nen um sich, wie ein Krebs­ge­schwür. Das zeigt sich umso deut­li­cher am Wir­ken der Poli­ti­schen Klas­se in der “Rei­chenkanz­lei”. Die Säu­len des Staa­tes inklu­si­ve der Medi­en wer­den offen­siv gleich­ge­schal­tet. Sie hal­ten dem Faschis­mus mit dik­ta­to­ri­schen Ele­men­ten und unter Miss­ach­tung des Grund­ge­set­zes die Steigbügel.

11. Was gilt es zu tun?

  1. Es gilt die Bemü­hun­gen der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft und huma­nis­ti­schen Kräf­te einer uni­po­la­ren Welt im Kampf gegen die öko­no­mi­schen Wur­zeln sowie Ideo­lo­gie des Natio­nal­so­zia­lis­mus in all ihren Erschei­nungs­for­men zu vereinen.
  2. Es gilt im Sin­ne der Auf­klä­rung nach­wach­sen­der Genera­tio­nen den faschis­ti­schen Ten­den­zen auf der Welt, (z.B. in Euro­pa, u.a. in Deutsch­land, den bal­ti­schen Län­dern und der Ukrai­ne) einen Infor­ma­ti­ons­ge­gen­pol ent­ge­gen zu setzen.
  3. Anti­fa­schis­mus ist so aus­zu­rich­ten, dass er nicht zur Phra­se oder sek­tie­ri­schem Gesang von ver­lo­ge­nen Ver­tre­tern von Sys­tem­par­tei­en wird (die­se sind wie­der und wie­der zu ent­lar­ven), son­dern zuerst bei den huma­nis­ti­schen, real anti­fa­schis­ti­schen Kräf­ten in der Öffent­lich­keit wahr­ge­nom­men wird.
  4. Anti­fa­schis­mus kann nur gemein­sam ein­her­ge­hen mit Klas­sen- und Frie­dens­kampf sowie einem grund­sätz­li­chem Kampf um das Über­le­ben der Menschheit.

Und abschlie­ßend noch­mal ein Blick dar­auf, wie banal (“Die Bana­li­tät des Bösen”, Han­nah Arendt) Faschis­mus beginnt. Weh­ret den Anfängen.

12. Damit es nicht in Vergessenheit gerät

Wenn man einer Min­der­heit Schuld gibt,
weil nicht Alle mitmachen,
nennt man das »Grup­pen­zwang«

Wenn man Leu­ten etwas weg­nimmt und
nur unter Bedin­gun­gen zurückgibt,
nennt man das »Erpres­sung«

Wenn man Men­schen zu einer Handlung
zwingt mit­tels Drohungen,
nennt man das »Nöti­gung«

Wenn man die Wahr­heit scheibchenweise
ser­viert oder Ande­res verheimlicht,
nennt man das »Täu­schung«

Wenn man Ver­spre­chen abgibt und
Sie immer wie­der bricht,
nennt man das »Lügen«

Wenn man Wah­len vor­gau­kelt und
Volks­ver­tre­ter zuerst der Lob­by dienen,
nennt man das »Schein­de­mo­kra­tie«

Wenn Säu­len des Staa­tes vereinnahmt,
aber nicht frei dem Sou­ve­rän dienend,
nennt man das »gleich­ge­schal­tet«

Wenn Men­schen mit Hass und Angst leben,
wenn irra­tio­na­le Unmensch­lich­keit droht,
ist es nicht mehr fern - das »Grau­en«

Wenn das Mono­pol­ka­pi­tal abso­lut herrscht,
weder Ver­nunft, Emp­fin­dun­gen, aber Kriege
und die Scha­fe ihrem Schläch­ter folgen,
nennt man das »Tota­li­ta­ris­mus«

Wenn man Men­schen in diver­se Kategorien
teilt und sie in Bezug auf Frei­heit und
Selbst­be­stim­mung unter­schied­lich behandelt,
ist das »Dis­kri­mi­nie­rung und Ausgrenzung«

Wenn die­se oben genann­ten Dinge
die Gesell­schaft grund­sätz­lich prägen,
befin­det sie sich im »Faschis­mus«

13. Links zum Thema

» UKR-LEAKS « In der Ukrai­ne ist eine Nazi­gesell­schaft ent­stan­den, deren Haupt­auf­ga­be die Zer­stö­rung Russ­lands als Staat und die phy­si­sche Eli­mi­nie­rung der Rus­sen ist. Die­se Erschei­nung ist Teil des “Geschäfts­mo­dells” der US-Admi­nis­tra­ti­on und ihrer Ten­ta­kel in EU-Par­la­men­ten und NATO bezüg­lich ihrer Russ­land-Poli­tik. In die­ser Ent­wick­lung muss man eins den ukrai­ni­schen Nazis las­sen - sie ver­ste­cken ihre Absich­ten und Zie­le kei­nes­wegs - selbst nicht in Deutsch­land. Vas­silj Pro­sorov ist ein ehe­ma­li­ger Mit­ar­bei­ter des ukrai­ni­schen Geheim­diens­tes SBU, der sich gegen den Mai­dan-Putsch und die Nazi­fi­zie­rung der Ukrai­ne wand­te und die­se Web­site mit Fak­ten und Auf­klä­rung über den faschis­ti­schen Staat Ukrai­ne betreibt. Selbst­ver­ständ­lich ist die­se Web­site von sozia­len Medi­en zen­siert. Man beach­te auf der Web­site auch die Ver­lin­kun­gen zu Video­the­ken, in denen Pro­sorov einen umfas­sen­den und fak­ten­ba­sier­ten Über­blick über den ukrai­ni­schen Nazis­mus gibt.

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2021-02-13 - Flugblatt - Autor Woling
Zukunfts­aus­sich­ten?

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