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1941-10-25 @ Die Tragödie von Chazun
Geschichte Port Woling – Über das Massaker von Chazum am 25.10.1941 im russischen Oblast Brjansk, über so viel Unmenschlichkeit gegenüber Kindern
Der Kindermord von Chazun
Chazun (auch Chozum, russ. Хацунь, Dorf in der damaligen russischen Sowjetrepublik, ca. 20 km südöstlich von Brjansk) – Ort einer schlimmsten Tragödie nach dem → Überfalls Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion. Am 25. Oktober 1941 geschah Schreckliches. Alle Zivilisten, denen die deutsche Wehrmacht im Dorf habhaft werden konnte, wurden erschossen. Die Zahl der Opfer einer Vergeltungsaktion – vorgeblich als „Sühnemaßnahme“für die Ermordung von drei deutschen Soldaten – belief sich offiziell auf 318 Personen. Die gesamte Bevölkerung des Dorfes sowie Bewohner und Flüchtlinge umliegenden Dörfer wurden hingerichtet – vor allem Greise, Frauen und Kinder, das kleinste Opfer Kondrashova Nina im Alter von 6 Monaten, ermordet mit einem Bajonett in ihrer Wiege.1
Chazunwar eines der ersten Dörfer und Opfer des systematischen Genozids Hitlerdeutschlands auf der Russischen Erde in der Periode des Großen Vaterländischen Krieges – noch vor → Chatynin der belarussischen Sowjetrepublik (Belarus). Dieses Schicksal wiederholte sich in 12 weiteren Ansiedlungen des relativ kleinen russischen Oblast Brjanskund in tausenden Siedlungen der Sowjetunion in den Jahren der deutschen Besatzung. Heute befindet sich hier die Gedenkstätte »Хацунь«, gewidmet den in den Jahren des Krieges zerstörten Dörfer Russlands. Die Gedenkstätte am Ort, wo das Massaker geschah, beinhaltet u. a. die Massengräber, eine Kapelle, ein Gedenk-Stele, die Mauer der Trauer mit der Skulptur «Хацунь» (siehe Titelbild).
Während des faschistischen Eroberungsfeldzuges war ab Herbst 1941 der Oblast Brjansk von der Wehrmacht besetzt. Die 2. Panzerarmee verwaltete dieses Territorium. Der Vernichtungskrieg gegen das „jüdisch-bolschewistische Untermenschentum“(gemäß Hitlers Sprachgebrauch) wurde vom ersten Tag an mit großer Härte und unbarmherzig geführt. Die deutsche Wehrmacht war als Organisation wesentlicher Teil des verbrecherischen Vernichtungsfeldzuges.
Wie überall im besetzten Gebiet verübten die Einsatzgruppen des SDzahlreiche Morde und es kam zum Massensterben der Kriegsgefangenen in den Durchgangslagern. Starke, in den ausgedehnten Waldmassiven versteckte sowjetische Partisanenverbände erschwerten die Beherrschung des ausgedehnten Raumes. “Sobald die Wehrmacht in ein Land einmarschierte, zogen die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD (Sicherheitsdienst, der Geheimdienst der SS) nach, um das neu eroberte Gebiet zu sichern.”2Zusammen mit Einheiten der Waffen-SS, Ordnungspolizei und örtlichen Kollaborateuren ermordeten sie systematisch Massen an Juden, Siniti, Roma, Kriegsgefangene, Einheimische sowie Funktionäre.

Führender Kommandant der Operation Chazun war Hauptmann Theodore Friedman. Er gab den Befehl über die Durchführung der Strafoperation in Chazun. Die explizite Erschießung der Frauen und Kinder wurde als klar notwendig erachtet und in einem Bericht des Kommandeurs Friedman der I. Abteilung des 156. Artillerie-Regiments an die vorgesetzte 56. Infanterie-Division so dargestellt. “In den Anlagen des Kriegstagebuchs der 56. Infanterie-Division überliefern eine Handvoll Dokumente ein schweres Verbrechen – geradezu ‘nebenbei’ begangen und als bedauerliche Notwendigkeit dargestellt.”3
Die eigentliche Operation übernahm Oberleutnant Paul Eilemann. Während der Operation durchsuchten deutsche Soldaten das Dorf und nahmen die Anwesenden fest. Anschließend erschossen sie laut dem Bericht188 Menschen, darunter 68 Männer, 60 Frauen und 60 Kinder (meist im Alter 2 bos 10 Jahren). Offiziell bestätigten sich später weit mehr ermordete Menschen (wie o.g. 318). Die Erschießung der Kinder wurde in dem Bericht als notwendige Maßnahme begründet, da diese nicht unbeaufsichtigt sein dürften. Der Kommandeur der 56. Infanterie-Division, Generalmajor Karl von Ofen(† 1974 in Siegen) genehmigte dieses Kriegsverbrechen bzw. die “Strafexpedition”, forderte aber eine dokumentarische Begründung der Erschießungen im Bericht.4Drei Einwohner überlebten das Massaker. Später wurde das Dorf niedergebrannt. Nach späteren Untersuchungen, Schätzungen und Ausführungen der Einheimischen gab es mehr als 300 Tote, so dass die offizielle Zahl auf 318 korrigiert wurde..
Das Massaker von Chazun wird auch beschrieben als “Der Kindermord von Chozum”, in dem deutsche Soldaten am menschlichen Abgrund wandelten. In den Anlagen des Kriegstagebuchs der o. g. 56. Infanterie-Division (Signatur BArch, RH 26-56/21b) überliefern Dokumente nachweislich das schwere Verbrechen. Das rücksichtslose Vorgehen auch gegen Kinder wirft ein Schlaglicht auf die alltägliche Dimension des deutschen Vernichtungskriegs im Osten.3
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Erinnerung und eine Frage
Oben beschriebenes Ereignis war Ausdruck schlimmster Verbrechen und des Genozids im Namen des Faschismus und seiner rassistischen Ideologie, des Nazismus. Haben es solche Täter von heute vergessen oder nahmen sie sich diese Taten als Vorbild? Ist es eine Analogie der Geschichte, was wir im Namen von → “Eretz Israel“durch Israels Führung, Militär und Siedler seit 1947 bis heute in Palästina erleben – wie z.B. damals das Massaker von Safsaf, einem Kriegsverbrechen während des Palästinakrieges, das sich am 29.10.1948 im palästinensischen Dorf Safsaf im heutigen Nordisrael ereignete. Zionistische Militärs der israelischen Armee besetzten das Dorf, banden Dutzende Männer mit Seilen, erschossen Sie und warfen sie in Brunnen. Sie nahmen Mädchen in die leeren Häuser und vergewaltigten Sie.5
“Es ist das, was wir seit Jahren durch Israel in Palästina, zuletzt in Gaza erleb(t)en, was die Basis für die Staatsgründung und schrittweise territoriale Ausweitung Israels war, was nicht erst am 07.10.2023 in Gaza begann, was wir sahen zu Massakern in Haifa (1947), Abbasiya (1947), Al-Khisas (1947), Bab al-Amud (1947), Jerusalem (1947), Sheikh Bureik (1947), Deir Yasin (1948), Jaffa (1948), Khan Yunis (1956), Jerusalem (1967), Sabra (1982), Schatila (1982), Al-Aqsa (1990), IbrahimiMoschee (1994), Dschenin (2002), Gaza (2008-2009), Gaza (2012), Gazs (2014), Gaza (2018-2019), Gaza (2021), Gaza (2023-2025). Es ist eine lange Liste zionistischer, nazistischer Terrorkampagnen von Nakba 1948 bis Gaza 2025, eine Chronologie palästinensischen Leids. Das »Akevot Institute for Israeli–Palestinian Conflict Research« bietet eine Gesamtübersicht israelischer Besatzungspolitik über staatliche Archivdokumente, die zentrale Ereignisse und Politiken der israelischen Geschichte, darunter o. g. Massaker und Gewalttaten an Palästinensern bzw. Besatzungspolitik in Gaza zwischen 1948 und den 1980er Jahren dokumentieren. Diese Übersicht völkerrechtlich relevanter Ereignisse einschließlich von Massakern ist eine Conflict Records Digital Repository (CRDR), eine ständig wachsende, öffentlich zugängliche Datenbank mit etwa 350.000 archivierten Dokumenten aus israelischen Staats- und Militärarchiven (bis zur Gegenwart).6Israels Verteidigungsministerium sperrt bereits einige solcher Dokumente über Vorgehen gegen Palästinenser speziell aus dem Jahr 1948. Die Organisation Akevot veröffentlicht dennoch die Texte.7Völkermord – der Begriff beschreibt international anerkannt ein grundsätzliches Verbrechen mit spezifischer rechtlicher Definition. Er ist kein Alleinstellungsmerkmal des Holocaust oder des deutschen Vernichtungsfeldzugs in der Sowjetunion. Jeder schlimme Genozid hat seine spezifischen Vorzeichen, Täter und Wirkungen. Gemeinsam haben sie Merkmale der Ideologie des Nazismus.”8
Quellen
(1) Pobedarf.ru, Museum Des Sieges, Das Gebiet Des Sieges, Brjansk Tragödie nicht vergessen Хацуни – Брянск не забыл трагедию Хацуни, 25.10.2026
(2) Holocaust-Enzyklopädie, Einsatzgruppen: Übersicht, 25.10.2026
(3) Bundesarchiv.de, Der Kindermord von Chozum – Deutsche Soldaten im Abgrund, Ein Schlaglicht auf die alltägliche Dimension des deutschen Vernichtungskriegs im Osten, 25.10.2026
(4) ru.wikipedia.org, Хацунь, 25.10.2026
(5) Wikipedia, Massaker von Safsaf, 25.10.2026
(6) Akevot, The Conflict Records Digital Repository, 25.10.2026
(7) FAZ, Artikel J. Stahnke 25.07.2019, Dokumente in Israel – Massaker sollen wieder Geheimsache werden, 25.10.2026
(8) Weltbuch Verlag Schweiz, Buch [Das FASCHISMUS-Protokoll], 1. Ausgabe 2026, Autor Wolfgang Kießling, Kapitel “Apartheid und Zionismus”, Unterabschnitt “Zionistische Praxis der Kriegsführung”, S. 245
Nachsatz
Das Thema Erinnerung und Aufklärungbleibt ein am Anfang stehendes Erfordernis – leicht gesagt und schwer getan. Es erfordert viel Mut, viele Ideen, Mitwirkende, Plattformen und eine zunehmende sowie enge Vernetzung. Port Woling betreibt weiter Aufklärung u. a. zu den Themen …
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